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Kinderernährung Liebe Eltern, Erzieher und Betreuer von Kindern, die folgenden 15 Leitsätze sollen Ihnen helfen, die Ernährung von Klein- und Schulkindern unter den heutigen Bedingungen richtig zu gestalten. Sie werden sehen, daß das nicht schwierig ist, wenn man sich am gesunden Menschenverstand orientiert, zusätzlich neue Erkenntnisse und Empfehlungen von Kinderärzten, Ernährungswissenschaftlern und Apothekern beachtet und von Anfang an behutsame Ernährungserziehung durch sein eigenes Vorbild betreibt. 1 Abwechslungsreiche Gemischtkost - eine sichere Grundlage Eine gesunde,
bedarfsgerechte Ernährung für Kinder besteht aus einer Mischung von tierischen
und pflanzlichen Lebensmitteln, die teils roh, teils verarbeitet verzehrt
werden. Bei abwechslungsreicher Gemischtkost sind Nährstoffpräparate und
angereicherte Lebensmittel überflüssig. 3 Kalte und warme Mahlzeiten ergänzen sich - Frühstück und Abendessen sind kalte Mahlzeiten. Darin sind besonders Milch, dunkles Brot, Butter, Margarine, Käse und Aufschnitt wichtig für die Versorgung mit Eiweiß, Calcium,Phosphor, Kupfer, den Vitaminen A, B1 und B2 sowie Ballaststoffen.Die warme Mahlzeit mit Kartoffeln und Gemüse oder Salat sowie einer kleinen Portion Fleisch oder Fisch liefert besonders gut ausnutzbares Eisen, Eiweiß, Zink Jod und die Vitamine B1, B6, C und Folsäure. Zwischenmahlzeiten mit frischem Obst oder Obstsaft sicher die Versorgung mit Vitamin C. Die Reihenfolge der Mahlzeiten kann den familiären Gewohnheiten angepaßt werden. 4 Kinder sind auch beim Essen keine kleinen Erwachsenen Kinder benötigen
mehr als eine nur ernährungsphysiologisch bilanzierte Nahrung. Das Essen sollte
darüber kindgerecht zubereitet und angerichtet sein. Das heißt: Mild würzen,
frische Kräuter statt Kochsalz, ansprechend anrichten, den Teller nicht
randvoll füllen, Schulbrote so verpacken, daß sie appetitlich bleiben. Gerade
Kinder essen mit den Augen. Eine angenehme ruhige Umgebung,freundliche
Atmosphäre und gute Tischsitten runden die Mahlzeiten ab. Ein Kind sollte nicht
allein am Tisch sitzen. Gerade Frühstücksmuffel müssen rechtzeitig geweckt
werden. Eine Verschnaufpause nach der Rückkehr aus dem Kindergarten oder der
Schule erhöht den Appetit auf das Mittagessen. 6 Kinder essen nicht an jeden Tag gleich viel - Zu den normalen Ernährungsgewohnheiten gesunder Kinder gehören große Schwankungen im Nahrungsverzehr von Tag zu Tag. Bei einem Kind, daß über mehrere Tage schlecht ißt, besteht in der Regel kein Risiko einer unzureichenden Versorgung. Appetitanregende Säfte und Stärkungsmittel sind unnötig. Ein Kind, daß an mehreren Tagen hintereinander deutlich mehr ißt, wird nicht dadurch bereits dick. Bei längerfristig abweichenden Eßgewohnheiten sollte der Diätplan mit dem Kinderarzt oder einer Diätassistentin abgesprochen werden, um eine Fehlernährung auszuschließen. 7 Wasser - wichtigstes Lebensmittel - Je jünger ein Kind ist, desto empfindlicher reagiert es auf unzureichende Wasserzufuhr. An heißen Tagen, bei Sport und Spiel, kann der Wasserbedarf gesunder Kinder auf mehr als das Doppelte ansteigen. Ideale Durstlöscher sind Trinkwasser (von Wasserwerken überwacht!, fragen sie evtl. nach den Nitratwerten), Mineralwasser(für Kleinkinder ohne Kohlensäure), Kräuter- und Früchtetee ohne Zuckerzusatz. Natürliche Obstsäfte sollten zum Durschlöschen mindestens 1:1 verdünnt werden. Multivitaminsäfte sind bei abwechslungsreicher Gemischtkost überflüssig. Fruchtsaftgetränke, Nektare, Brausen, Cola-Getränke, Limonaden, Malzbier und Ähnliche eignen sich nicht als Durschtlöscher wegen des hohen Zuckergehaltes! Bohnenkaffee, schwarzer Tee und Cola-Getränke sind als stimulierende Genußmittel für Kinder ungeeignet . 8 Milch - unentbehrlich für Kinder - Milch und Milchprodukte stellen sicher, daß Kinder genügend Calcium, Phosphor, Eiweiß und Vitamine ( A, B1, B2) bekommen. Die beste Milchform ist pasteurisierte Vollmilch (Frischmilch) mit3.5% Fett. In fettarmer Milch ( 1.5% ) und besonders in Magermilch( 0.3% ) sowie in den entsprechenden Milchprodukten fehlen fettlösliche Vitamine ( A, D ). Milchfertigprodukte enthalten oft große Mengen Zuckers. Tip : selber machen . Vollmilchjoghurt oder Dickmilch kaufen und das Obst selbst untermischen , bzw. den Pudding selber kochen, evtl mit Süßstoff oder wenig Zucker. Wenn Kinder Milch völlig ablehnen, kann das Calcium über Käse oder Quark zugeführt werden. Der Käse hat allerdings den Nachteil eines hohen Salzgehaltes. 9 Fleisch - mäßig , aber regelmäßig - Fleisch enthält hochwertiges
Eiweiß und gut ausnutzbares Eisen. In Gemüse und Getreide ist Eisen nicht so
leicht verfügbar. Große Fleischportionen sind aber nicht erwünscht. Schon in
kleinen Mengen verbessern Schweineleber oder Kalbsleberwurst die Eisenversorgung
oder mageres Schweinefleisch das Vitamin-B1-Angebot.Versteckte Fette in
Wurstwaren möglichst vermeiden ( Dauerwurst,Hausmacherwurst : 40-50% Fett ).
Fleisch nicht stark anbraten,Röstprodukte sind ungesund. Für Kleinkinder gut
kaubare Sorten wählen (Hackfleisch) . 11 Bei Fetten kommt es auf das jeweilige Fett an Versteckte Fette, z.B. in Wurst, frittierten Speisen, Kuchen und Schokolade sind meist von geringer ernährungsphysiologischer Qualität. Deshalb : so knapp wie möglich halten. Als wertvolle, sichtbare Fette, abwechselnd Butter, Margarine, pflanzliche Speiseöle, vor allem Olivenöl (weniger Sonnenblumen- oder Keim- oder Distelöl, da bei Ernährung mit diesen Ölen Krebs schwach,aber nachweisbar gefördert wird) . 12 Dunkles Brot und Getreide liefern mehr als nur Kohlehydrate Feinmehle,
Stärkemehle, Weißbrot, Toastbrot usw. enthalten außer Kohlehydraten kaum
wichtige Nährstoffe. Mehl mit hoher Typenzahl, Vollkornprodukte, Knäckebrot,
Haferflocken und Getreide liefern zusätzlich reichlich Mineralstoffe,
Spurenelemente, Vitamine und Ballaststoffe aus den Randschichten und dem
Keimling des Getreidekornes. Empfehlung : Dunkles Brot bevorzugen, Brotsorten
wechseln (siehe 1), Kuchen aus Mehl mit hoher Typenzahl backen, Müsli selber
mischen, da Fertigmüsli meist hohe Zuckerzusätze hat. 15 Süßigkeiten allenfalls in Maßen zur richtigen Zeit Die meisten Kinder mögen gerne Süßes. Wenn sie dieser Vorliebe aber zu weit nachgeben, kommt es leicht zu Karies, Übergewicht und einseitiger Ernährung. Vermeiden Sie also schon von Geburt an eine Betonen des Süßen. Achten Sie auf versteckte Zucker : Fertigspeisen, Desserts, Getränke, Getränkepulver, Eiscreme. Geben Sie Süßes auf keinen Fall zwischen den Hauptmahlzeiten, wenn überhaupt, dann in kleinen Mengen nach den Mahlzeiten. Honig, brauner Zucker, Rohrzucker usw. bieten keine ernährungsphysiologischen Vorteile gegenüber dem Haushaltszucker.
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