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Ernährung während Schwangerschaft und Stillzeit AllgemeinesDie Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit hat nicht nur Auswirkungen auf die Gesundheit der Mutter, sondern auch auf das Kind. Oft hört man den gutgemeinten Ratschlag: "Du musst jetzt für zwei Essen!". Dieser Ratschlag gilt jedoch nicht auf die Menge bezogen, vielmehr soll er hinweisen auf die Auswahl der Nahrungsmittel. Er soll also bedeuten, daß für zwei das Richtige gegessen werden sollte. Ein abwechslungsreicher Speiseplan mit viel Frischkost, reichlich pflanzlichen und maßvoll tierischen Lebensmitteln ist die sicherste Grundlage für eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft. In der Stillzeit zweigt der Körper Energie und Nährstoffe für die Bildung der Muttermilch ab. Diese müssen durch entsprechend reichhaltigere Mahlzeiten wieder ersetzt werden. Ernährung in der Schwangerschaft
Nach neueren Untersuchungen hat die Schwangere berechnet auf die gesamte
Schwangerschaftsdauer einen Mehrbedarf von 71.700 kcal. Das bedeutet, es besteht
ein Mehrbedarf an Energie von 255 Kilokalorien pro Tag. Für die
Gesamtenergieaufnahme kann keine generelle Aussage getroffen werden, da sich der
Gesamtenergiebedarf aus Grundumsatz und Leistungsumsatz zusammensetzt, wobei der
Leistungsumsatz von Person zu Person variabel ist. Setzt man voraus, daß die
Frau vor der Schwangerschaft normalgewichtig war und sich weder zu wenig noch zu
viel körperlich betätigt hat, so wird eine tägliche Energieaufnahme von 2500
kcal empfohlen. Ändert sich die körperliche Aktivität deutlich, so muß dies
in die Empfehlung mit einbezogen werden. Hat eine Frau vor ihrer Schwangerschaft
einen körperlich belastenden Job, bei dem sie z. B. 8 Arbeitsstunden
überwiegend geht oder steht und treibt sie darüber hinaus noch 3-5 mal in der
Woche Sport, so hat sie vor der Schwangerschaft einen relativ hohen
Energiebedarf. Diese Aktivitäten fallen jedoch, bedingt durch den zunehmenden
Bauch, während der Schwangerschaft nach und nach weg. Das bedeutet, daß auch
der Energiebedarf zur Sicherung des Leistungsumsatzes sinkt. Der
schwangerschaftsbedingte Energiemehrbedarf muß dem zu Folge mit dem geringer
werdenden Bedarf für die körperliche Aktivität verrechnet werden.
Der Proteinbedarf ist erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat
erhöht. Von diesem Zeitpunkt an besteht ein Mehrbedarf von 10 g pro Tag. Bei
einer normalgewichtigen Frau wird dann eine Gesamtproteinaufnahme von 58 g pro
Tag empfohlen. Während der Schwangerschaft ist eine Fettzufuhr von bis zu maximal 35 % der Gesamtenergie tolerierbar. Allerdings sollte die Schwangere verstärkt auf die Fettzusammensetzung der Nahrung achten. Reduziert werden sollte die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren aus tierischen Fetten, insbesondere aus Fleisch und Wurst, sowie gehärtete Fette. Bei Milch und Milchprodukten sollten die fettarmen Sorten gewählt werden. Die Aufnahme von ungesättigten Fettsäuren aus pflanzlichen Fetten und Öle (Raps-, Sonnenblumen- und Weizenkeimöl) sollte erhöht werden. Insbesondere in der zweiten Schwangerschaftshälfte sind die Kohlenhydrate die Hauptenergielieferanten für das heranwachsende Kind. Jedoch liegen die Empfehlungen für die Aufnahme von Kohlenhydraten für Schwangere nicht höher als für nichtschwangere Frauen. 50-60 % der Gesamtenergiezufuhr sollten durch Kohlenhydrate geliefert werden. Da der Gesamtenergiebedarf der Schwangeren höher liegt, ist somit auf die absolute Kohlenhydrataufnahme in Gramm höher. Mit Hilfe einer ausreichenden Kohlenhydratzufuhr wird ein gleich bleibender Blutzuckerspiegel Gewähr leistet. Dies ist bei Schwangeren sehr wichtig, da sie häufig unter niedrigen Blutzuckerspiegeln leiden. Mit niedermolekularen Kohlenhydraten, wie sie Süßigkeiten enthalten, sollte jedoch sparsam umgegangen werden. Gesunde Energieträger sind Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Naturreis, Vollkornnudeln, Kartoffeln (nicht frittiert), Gemüse und Obst.
Generell ist der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen in der
Schwangerschaft erhöht. Das Ausmaß der Erhöhung ist von Vitamin zu Vitamin
und Mineralstoff zu Mineralstoff verschieden und soll im Folgenden erläutert
werden. Die empfohlene Zufuhr an Vitamin E (Tocopherol) steigt um 8 % auf 13 mg pro Tag. Der höhere Bedarf ist mit geeigneten Lebensmitteln wie zum Beispiel mit 200 g Grünkohl, 2 Esslöffeln Weizenkeimöl, 150 g Hering, 20 g Margarine und 125 g Johannisbeeren zu erreichen. Der Bedarf an Vitamin B1 (Thiamin) ist bei Schwangeren um 20 % auf 1,2 mg pro Tag erhöht. Um den erhöhten Bedarf zu decken sollte die Schwangere generell Vollkornerzeugnisse verwenden. Die Schwangere hat einen Vitamin B2 (Riboflavin)-Bedarf von 1,5 mg pro Tag. Um die empfohlene Menge zu erreichen, sollten Milch und Milchprodukte, aber auch Fisch, Eier, Vollkornprodukte und grünes Blattgemüse verzehrt werden. Wenn die Schwangere generell viel Milch trinkt und auch täglich Joghurt, Quark oder Käse verzehrt, wird der Bedarf in der Regel gedeckt. Ernährt sich die Schwangere mittels ausgewogener Mischkost, so ist die Niacin-Versorgung ausreichend gesichert. Ein Mehrbedarf von 15 % auf 15 mg pro Tag kann über diese Ernährungsform Gewähr leistet werden. Der Vitamin B6 (Pyridoxin)-Bedarf liegt bei 1,9 mg pro Tag. Pyridoxin ist enthalten in: magerem Fleisch, Fisch ,Vollkornerzeugnissen und Gemüse. Folsäure ist eines der wichtigsten Vitamine der Frühschwangerschaft. Es beugt Fehlbildungen des Embryos im Bereich der Wirbelsäule und des zentralen Nervensystems vor. Frauen, die ein Kind bekommen wollen, sollten schon vor der Schwangerschaft für eine ausreichende Versorgung mit Folsäure sorgen, da die Schwangerschaft oftmals erst so spät erkannt wird, dass schon Schäden durch eine Folsäureunterversorgung beim Embryo auftreten können. Der Gesamtfolsäurebedarf (Summe aller Foläure wirksamen Verbindungen in der Nahrung) beträgt 600 µg pro Tag. Dieser Bedarf ist nur mit einer sehr gezielten Lebensmittelauswahl oder über ein Nahrungsergänzungsmittel zu erreichen. Da die Zusammenhänge zwischen Folsäuremangel der Schwangeren und auftretenden Neuralrohrdefekten des Embryos in den letzten Jahren wissenschaftlich erkannt wurden, wird meistens zu Beginn der Schwangerschaft ein Folsäurepräparat verschrieben. In Nahrungsmitteln ist Folsäure in nennenswerten Konzentrationen in grünem Blattgemüse zu finden. Auf schonende Garmethoden ist jedoch zu achten, da das Vitamin sehr hitzeempfindlich ist. Der Vitamin B12 (Cobalamin)-Bedarf steigt um 16 % auf 3,5 µg pro Tag an. In pflanzlichen Lebensmitteln sind nur geringe Mengen dieses Vitamins enthalten. Die besten Quellen sind Fleisch und Milch, sowie sauervergorene Lebensmittel (Kefir). Vitamin C dient der verbesserten Eisenaufnahme und der Infektabwehr. Der Bedarf während der Schwangerschaft ist um 10 % auf 110 mg pro Tag erhöht. Dieser Bedarf ist durch eine Kost, die reich an Gemüse (Grünkohl, Rosenkohl, Blumenkohl, Wirsing, Paprika) und Obst (schwarze Johannisbeere, Erdbeere, Kiwi, Apfelsine, Grapefruit, Stachelbeere) ist, leicht zu decken. Der Phosphor-bedarf ist bei Schwangeren um 14 % auf 800 mg pro Tag erhöht. Phosphor dient dem Knochenaufbau und ist in Milch und Milchprodukten enthalten. In der Schwangerschaft bildet die Schwangere bis zu 6 Liter mehr Blut, wozu Eisen benötigt wird. Der Eisenbedarf während der Schwangerschaft steigt um 100 % auf 30 mg pro Tag. Es ist vorteilhaft schon vor und während der Schwangerschaft gut gefüllte Eisenspeicher zu besitzen, da bei der Geburt unter Umständen viel Blut verloren geht. Tierisches Eisen wird vom Körper besser aufgenommen als Eisen aus pflanzlichen Quellen. Wird jedoch bei dem Genuß von Gemüse gleichzeitig Vitamin C, z. B. in Form von Orangensaft, aufgenommen, so erhöht sich die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Nahrungsquellen sind: Fleisch, Eigelb, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Hirse. Jod wird insbesondere in den südlichen Regionen Deutschlands nur mangelhaft aufgenommen wird. Dazu kommt noch ein höherer Bedarf in der Schwangerschaft, auf Grund des Wachstums des Embryos und der erhöhten Stoffwechselleistung der Mutter. Deshalb wird auch für die Schwangere ein Mehrbedarf von 15 % formuliert. Die Empfehlung liegt somit bei 230 µg pro Tag. Eine ausreichende Jodversorgung beugt einer Kropfbildung vor. Durch jodiertes Speisesalz und den wöchentlichen Verzehr von Seefisch kann diese Empfehlung eingehalten werden. Der Bedarf an Zink steigt während der Schwangerschaft um 42 % auf 10 mg pro Tag. Zink ist während der Schwangerschaft für die Entwicklung des zentralen Nervensystems des Kindes wichtig. Unter Zinkmangel kann es zu einer Wachstumsverzögerung des Embryos kommen. Um den Empfehlungen nachzukommen, sollten vornehmlich Vollkornerzeugnisse ausgewählt werden. Auch mageres Fleisch, Fisch und Käse leisten einen guten Beitrag zur ausreichenden Zinkversorgung. SchwangerschaftsbeschwerdenDie morgendliche Übelkeit zählt zu den häufigsten Merkmalen der
frühen Schwangerschaft. Gelindert werden kann die Übelkeit, wenn schon im Bett
vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit gegessen und getrunken wird. Zwieback oder
Knäckebrot, dazu eine Tasse Tee, reicht schon aus. Des Weiteren sollte die
Nahrungszufuhr auf viele kleine Mahlzeiten verteilt werden. Der Körper ist
dadurch nicht so sehr belastet, der Magen ist immer leicht gefüllt, aber nie
übervoll und ein Absinken des Blutzuckerspiegels wird verhindert. Worauf sollte während der Schwangerschaft verzichtet werden?Absolut tabu für Schwangere, wegen Toxoplasmosegefahr, ist der
Verzehr von rohem Fleisch wie Mett, Tartar und Steaks. Gleiches gilt für
Rohmilch, da über sie Listeriosebakterien übertragen werden können. An
sich sind beide Krankheiten für den Menschen harmlos, in der Schwangerschaft
können sie aber zu erheblichen Schäden beim Kind oder zu einer Fehlgeburt
führen. Die Erreger dieser Krankheiten können auch in Katzenkot enthalten
sein. Schwangere Katzenbesitzerinnen sollten die Katzentoilette während der
Schwangerschaft von jemand anderem entsorgen lassen, oder zumindest
Gummihandschuhe verwenden. Während der Schwangerschaft sollten ohne vorherige Absprache mit dem Arzt
keine Medikamente eingenommen werden. Der Arzt kann anhand von Listen
nachschauen, welche Medikamente und welche Dosierungen dem Ungeborenen nicht
schaden. Wurden vor der Schwangerschaft regelmäßig Medikamente eingenommen
sollten diese jedoch nicht abrupt abgesetzt werden, sondern umgehend
Informationen vom Arzt eingeholt werden. Was soll in der Schwangerschaft täglich gegessen werden?Die Schwangere sollte auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost achten. Folgende Tabelle bietet eine Übersicht über empfehlenswerten Verzehrsmengen für eine gesunde ausgewogene Ernährung (die oberen Werte gelten für Schwangere) nach den 10 Regeln der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.).
Was tun bei sonderbaren Gelüsten in der Schwangerschaft?Fast bei allen Schwangeren kommt es während der Schwangerschaft zu Heißhungerattacken und Appetit auf bestimmte Speisen. Ab und an kann man diesem Heißhunger ruhig nachgeben. Besteht jedoch ständig die Lust auf Schokolade, Sahnetorten oder Ähnliches sollten weniger süße und kalorienärmere Ausweichprodukte gewählt werden. Heißhunger auf Süßes kann auch durch Trockenfrüchte, Nüsse oder Knäckebrot mit Honig gestillt werden. Die Lust auf Saures kann gerade in Herbst und Winter mit frischem Sauerkraut oder Essiggurken befriedigt werden. Mitunter ändern sich die Vorlieben täglich, auch kann es sein, daß Vorlieben für bestimmte Nahrungsmittel entwickelt werden, die vor der Schwangerschaft nicht zu den Lieblingsspeisen zählten. Die Schwangere sollte auf ihre Gelüste achten und Phantasie bei der Befriedigung beweisen. Ernährung der Stillenden
In den ersten vier Monaten besteht ein Mehrbedarf an Energie von 635 Kilokalorien pro Tag. Danach muss berücksichtigt werden ob, weiterhin voll gestillt wird, oder nach dem vierten Monat mit Beikostgaben begonnen wird. Bei vollem Stillen erhöht sich der Gesamtenergiebedarf nach dem vierten Monat um 525 Kilokalorien pro Tag. Im anderen Fall ist er nur um 285 Kilokalorien pro Tag erhöht. Während der Stillzeit sollte nicht der Ehrgeiz entwickelt werden, sein Gewicht vor der Schwangerschaft so schnell wie möglich wieder zu erreichen. Das heißt, auf eine Diät während der Stillzeit sollte verzichtet werden, da bei einer reduzierten Energieaufnahme Energiereserven aus dem Fettgewebe mobilisiert werden, wodurch auch im Fettgewebe gespeicherte Schadstoffe frei werden. Diese Schadstoffe werden dann auch über die Muttermilch an das Kind weitergegeben. Des Weiteren ist ein konstant gehaltenes Gewicht während der Stillzeit auch eine gute Kontrolle, dass die Energieaufnahme mit der abgegebenen Milchmenge im Einklang steht.
Auf den Proteinbedarf einer nicht schwangeren Frau von ca. 48 g pro Tag, muß bei der Stillenden ein Aufschlag von 2 g Protein pro 100 g sezernierter Milch dazu gerechnet werden, womit man einen Gesamteiweißbedarf von etwa 63 g pro Tag erhält. Für die Stillende gelten die gleichen Empfehlungen wie für die Schwangere, maximal 30-35 % der Gesamtenergie sind in Form von Fetten aufzunehmen. Stillende sollten jedoch besonders auf eine ausreichende Zufuhr an ungesättigten Fettsäuren achten, da relativ hohe Mengen dieser Fettsäuren über die Milch an den Säugling abgegeben werden. Auch bei Stillenden sollte die tägliche Kohlenhydrataufnahme bei über 50 % der Gesamtenergieaufnahme liegen. Da die Empfehlung zur Gesamtenergieaufnahme über denen nicht stillender normalgewichtiger Frauen liegt, ist die Empfehlung für die absolute Kohlenhydrataufnahme auch erhöht.
Während der Stillzeit sind die Empfehlungen der Vitamine und Mineralstoffe häufig über das Maß in der Schwangerschaft hinaus erhöht. Denn durch die Abgabe von Nährstoffen in der Muttermilch müssen die Reserven im Körper der Mutter durch die Ernährung ersetzt werden. Hat der mütterliche Körper zu wenig Vitamin A gespeichert, so sinkt auch der Gehalt in der Muttermilch. Nur kurzfristige Vitamingaben können zu geringe Vitamin A-Gehalte in der Muttermilch nicht direkt beheben. Für die gesamte Stillzeit wird deshalb ein Mehrbedarf von 87 % angegeben. Die Stillende sollte demnach 1,5 mg Vitamin A pro Tag aufnehmen. Der Bedarf an Vitamin E ist in der Stillzeit um 41 % auf täglich 17 mg erhöht. Vitamin E fungiert im Körper als Zellschutz und Radikalfänger. Insbesondere Weizenkeimöl enthält hohe Mengen an Vitamin E. Für Nervenfunktionen, Muskeln und einige Enzymfunktionen ist das ausreichende Vorhandensein von Vitamin B1 von Bedeutung. Durch den Anteil der über die Muttermilch abgegebenen Vitamin B1-Menge ist der Bedarf der Stillenden auf 1,4 mg pro Tag gesteigert. Eine Vitamin B2 -Aufnahme von täglich 1,6 mg wird einer Stillenden empfohlen. Dieses Vitamin ist besonders wichtig für das Wachstum, die Zellatmung und den Stoffwechsel. In 750 ml Muttermilch werden täglich ca. 4 mg Niacin an den Säugling abgegeben. Um diesen Verlust auszugleichen wird der Stillenden eine tägliche Aufnahme von 17 mg empfohlen. Niacin ist in magerem Fleisch, Fisch , Milch und Eiern enthalten. Der tägliche Vitamin B6-Bedarf der Stillenden liegt, wie bei der Schwangeren, bei 1,9 mg. Der Gehalt an Vitamin B6 in der Muttermilch kann, durch eine höhere Zufuhr über die Nahrung, nicht erhöht werden. Die Empfehlungen für Stillende, zur täglichen Folsäurezufuhr, entsprechen denen der Schwangeren. Täglich sollten 600 µg Folsäure aufgenommen werden. Der Bedarf der Stillenden an Vitamin B12, liegt mit 4 µg noch über dem der Schwangeren. Die Stillende Frau benötigt täglich 150 mg Vitamin C, denn durch eine angemessene Vitamin C-Zufuhr der Mutter, wird auch der Säugling täglich ausreichend mit diesem Vitamin versorgt. Für Phosphor liegen die Empfehlungen der täglichen Zufuhr bei 900 mg. Phosphor kommt in fast allen Lebensmitteln vor, so daß es zu einer mangelhaften Zufuhr nicht kommen kann. Im Gegensatz zur Schwangerschaft, ist während der Stillzeit der Magnesiumbedarf um 26 % erhöht. Der Stillenden wird eine tägliche Magnesiumaufnahme von 390 mg empfohlen, da die Muttermilch relativ viel Magnesium enthält. Um die empfohlene Magnesiumzufuhr zu erreichen, sollten Vollkornerzeugnisse, Kartoffeln, Gemüse und Obst im täglichen Speiseplan in ausreichenden Mengen vorhanden sein. Der Eisenbedarf der Stillenden geht auf 20 mg pro Tag zurück, was jedoch immer noch einen Mehrbedarf von 33 % bedeutet. Dieser Mehrbedarf ist ausschließlich für die Mutter von Bedeutung, da über die Muttermilch nur relativ wenig Eisen an den Säugling abgegeben wird. Das Baby hat im Mutterleib Vorräte für die ersten sechs Monate angelegt, wenn sie erschöpft sind, sollte sowieso über die Beikost Eisen zugefügt werden. Durch die Abgabe von Jod über die Muttermilch liegt der Jodbedarf einer Stillenden bei 260 µg. Der Zinkbedarf steigt in der Stillzeit noch weiter an. Empfohlen wird die Aufnahme von 11 mg pro Tag. Mit der Muttermilch werden bei 750 ml Milch 1,7 mg Zink abgegeben, womit der Bedarf des Säuglings gedeckt wird. Flüssigkeitsbedarf in der StillzeitDie Stillende sollte auf jeden Fall pro Tag 2 Liter trinken, um sicherzustellen, daß ausreichend Milch gebildet werden kann. Der Säugling benötigt in den ersten 3 Lebensmonaten 140-180 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht. Die Mutter muß also jeden Tag 800-1200 ml Milch bilden, was nur bei einer ausreichenden eigenen Flüssigkeitsversorgung Gewähr leistet werden kann. Geeignete Getränke sind, Mineralwässer, verdünnte Fruchtsäfte, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees. Bei der Auswahl des Saftes sollte darauf geachtet werden, daß nur µreine Fruchtsäfteµ mit 100 % Fruchtanteil getrunken werden. Fruchtnektare enthalten zu viel Zucker. Um die tägliche Trinkmenge zu erreichen, ist es ratsam, ständig ein Glas Wasser oder Tee in der Nähe zu haben, damit immer wieder an das Trinken erinnert wird. Hilfreich ist es auch, wenn man sich angewöhnt, vor oder während jeder Stillmahlzeit ein Glas Wasser oder Tee zu trinken. Auch kann man sich selber helfen, die Trinkmenge zu erreichen, indem man sich an einer günstigen Stelle in der Wohnung, morgens eine Flasche Mineralwasser und eine Kanne Tee deponiert. Am Abend sollte beides leer getrunken sein. Was das gestillte Baby oftmals nicht verträgt - Problematische LebensmittelNahrungsmittelinhaltsstoffe gelangen über die Muttermilch auch in den kindlichen Darm. Einige Babys reagieren mit einem wunden Po oder Blähungen auf bestimmte von der Mutter verzehrten Lebensmittel. Sie sollten jedoch nicht generell auf alle Lebensmittel, die im Verdacht stehen Auswirkungen bei dem Kind zu verursachen, verzichten. Probieren Sie aus, ob Ihr Kind überhaupt Probleme bekommt.
Manche Babys reagieren auf sehr säurehaltige von der Mutter verzehrten Lebensmittel mit einem wunden Po. Zu diesen Lebensmitteln können Zitrusfrüchte, Tomaten, Erdbeeren, rohe Früchte, Fruchtgummis, Säfte oder Limonaden gehören. Besteht ein Zusammenhang zwischen Ernährung der Mutter und Hautreizungen des Kindes, so kann für einige Zeit auf mildere Obstsorten (Apfel, Banane, Birne, Heidelbeere, Brombeere, Mango, Nektarine, Pfirsich, Weintrauben) zurückgegriffen werden.
Babys haben in den ersten 3 Lebensmonaten noch kein voll funktionierendes Verdauungssystem, wodurch es in dieser Zeit oftmals zu Blähungen und den so genannten 3-Monats-Koliken kommen kann. Blähungen können in einigen Fällen jedoch auch durch die Ernährung der Mutter verursacht werden. So kann es z. B., nachdem die Mutter Kohl, rohe Zwiebeln oder Hülsenfrüchte gegessen hat, bei dem Kind zu Beschwerden kommen. Folgende Gemüsesorten sind besonders gut verträglich: Artischocken, Blumenkohl, Blattsalat, Chicorée, Fenchel, Gurke, Kohlrabi, Kürbis, Mangold, Mais, Möhre, rote Paprika, Pilze, Rote Rüben, Sellerie, Spinat, Zuckererbsen, Zucchini.
Haben Sie große Mengen Knoblauch gegessen, oder Spargel zu sich genommen, so kann es sein das Ihr Baby die Milch verweigert. Das liegt daran das die typische Inhaltsstoffe von Knoblauch und Spargel in die Milch übergehen und die Milch danach schmeckt oder riecht. Dies geschieht jedoch meist nur bei wirklich großen Mengen. Worauf sollte in der Stillzeit verzichtet werden?Auf Alkohol sollte während der Stillzeit verzichtet werden. Der
regelmäßige Alkoholgenuss der Mutter kann bei gestillten Kindern zu einer
Verzögerung der motorischen Entwicklung führen. Außerdem trinken die Babys
weniger. Sie sollten beachten, dass 30-60 Minuten nach dem Genuss eines
alkoholischen Getränks, der Alkoholgehalt der Muttermilch genauso hoch ist wie
der im Blut der Mutter. Aus diesem Grund sollte, wenn überhaupt, das Glas Wein
unmittelbar nach dem Stillen getrunken werden, damit das Alkoholniveau der
Muttermilch bis zum nächsten Stillen wieder gesunken ist. Daß Bier Milch
bildend wirken kann ist richtig, jedoch ist daran nicht der Alkoholgehalt
beteiligt sondern das Malz. Will man also diesen Effekt von Bier nutzen, sollte
man alkoholfreies Bier trinken. Übersicht über die Zufuhrempfehlungen für Schwangere und StillendeIn folgender Tabelle werden alle Änderungen in den Zufuhrempfehlungen während Schwangerschaft und Stillzeit dargestellt. Die Übersicht wurde auf der Grundlage der Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (2000) entworfen.
Literatur
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