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Vermeidung
von Schädlingen und Schadstoffen in Lebensmitteln durch
richtige Aufbewahrung
und Lagerung im Haushalt
Allgemeines
Schädlinge und Schadstoffe sind nicht immer auf Anhieb für den Verbraucher
in oder auf den Lebensmitteln zu erkennen. Auf Grund dessen besteht die Gefahr,
diese unbewusst durch die Nahrung aufzunehmen und somit möglicherweise
Unwohlsein oder Erkrankungen herbeizuführen. Auf der Ebene von
Lebensmittelherstellung, -verarbeitung und -transport lässt sich für den
Einzelnen nur schwer etwas verändern. Deshalb ist es umso wichtiger, durch eine
richtige Aufbewahrung und Lagerung der Lebensmittel zu versuchen, den
Schädlingsbefall und die Schadstoffentstehung zu vermeiden oder zumindest zu
vermindern.
Schädlinge
Als Schädlinge werden alle Tiere bezeichnet, die dem Menschen Schaden
zufügen. Im Folgenden wird besonders auf Vorratsschädlinge eingegangen, die
mit dem Menschen um Nahrung konkurrieren bzw. seine Vorräte schädigen.
Die Lebensumstände unserer Gesellschaft haben sich zum Vorteil für Schädlinge
entwickelt. So begünstigen die warmen Temperaturen und die hohe
Luftfeuchtigkeit in der Küche die Vermehrung der Tiere und Rohrleitungen bieten
gute Wanderwege für Schaben, Ameisen, Ratten und Mäuse. Weiterhin stellen
länger gelagerte Lebensmittel eine ideale Nahrungsquelle dar und geschützte
Ecken und Spalten durch Schränke, Herde und Regale bieten einen guten
Lebensraum für die unerwünschten Schädlinge.
Es sind zwei Wege des Schädlingsbefalls zu unterscheiden. Zum einen können die
Schädlinge passiv auf Lebensmittel übertragen werden, indem z.B. schon die
eingekaufte Ware mit Schadinsekten oder Nagetieren befallen ist und die Tiere
auf aufbewahrte Lebensmittel überwandern und diese verunreinigen oder
schädigen. Zum anderen können Schädlinge selbst, also aktiv, ihren Weg zu den
Lebensmittelprodukten finden, z.B. indem sie durch den Geruch angelockt werden.
Welche Lebensmittel werden geschädigt?
Im Prinzip kann jedes Lebensmittel von Schädlingen befallen werden.
Besonders gefährdet sind jedoch solche Lebensmittel, die über einen langen
Zeitraum ungeschützt gelagert werden. Dazu gehören vor allem Getreideprodukte
(wie Mehl und Teigwaren), Backzutaten (wie Nüsse und Rosinen), Schokolade und
Schokoladenerzeugnisse sowie Gewürze.
Welche Schäden werden verursacht?
Die durch Schädlinge in Lebensmitteln und beim Menschen hervorgerufenen
Schäden sind sehr unterschiedlich und vielfältig:
 | Fraßschäden
 | Verschmutzungen (tote Tiere, Kot, Urin, Haare, Häutungsreste,
Spinnfäden)
 | Veränderung des Aussehens von Produkten (z.B. fressen Brotkäfer Löcher
in Lebensmittel)
 | Geruch- und Geschmacksveränderungen (z.B. durch Ausscheidungen der Tiere)
bis hin zur Ungenießbarkeit
 | Qualitätsminderung (durch Veränderung der Inhaltsstoffe, der Back- und
Keimfähigkeit)
 | Übertragung von Mikroorganismen (Vorratsschädlinge können Bakterien und
Pilze auf
 | Lebensmittel übertragen und somit diesen zusätzlich Schaden zufügen
bzw. dadurch beim Menschen Krankheiten auslösen)
 | Gesundheitsschäden des Menschen (Allergien, Hauterkrankungen,
Atemwegsbeschwerden, Augenerkrankungen, Störungen im Darmbereich)
 | Materialschäden (an Verpackungen, Regalen und Schränken durch
Schädlinge, die sich ihren Weg zu den Lebensmitteln
"durchfressen")
 | Finanzielle Verluste (durch Aufwendung für eventuelle
Bekämpfungsmaßnahmen, für Neueinkauf befallener Lebensmittel) |
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Häufig vorkommende Schädlinge
Milben
Eine sehr oft in Küche und Lager zu findende Schädlingsart ist die nur bis zu
0,5 Millimeter große Milbe. Besonders betroffen sind Getreideprodukte durch den
Befall von Mehlmilben und zuckerhaltige Produkte, wie Marmelade und Trockenobst,
auf Grund von Backobstmilben. Milben verursachen einen bitteren Geschmack und
süßlichen Geruch und bei einem Massenvorkommen bilden sie einen grauen
Schleier oder eine Staubschicht auf den Lebensmittelprodukten. Gesundheitliche
Schäden äußern sich beim Menschen z.B. durch Hautausschlag, Schnupfen und
Darmerkrankungen.
Essig- oder Taufliegen
Die kleinen (2-4 Millimeter) Fliegen ernähren sich durch Mikroorganismen von
Obst, Gemüse, Essig, Bier und Wein. Besonders wenn diese Lebensmittel langsam
in ihre Zersetzung übergehen, findet man die Essigfliegen in erhöhtem Maße
vor. Neben der Belästigung, die sie bewirken, tragen sie zur Übertragung von
Mikroorganismen bei.
Mehlmotte
Mehlmotten und deren Larven befallen Mehl- und Getreideprodukte, aber auch
Nüsse, Schokolade und Hülsenfrüchte und verursachen bei diesen Produkten
Fraßschäden und Verunreinigungen. Beim Menschen können sie vor allem
Allergien der Atmungsorgane auslösen.
Speckkäfer
Der braunschwarze Speckkäfer ist etwa 1 Zentimeter groß und seine Larven sind
stark behaart. Vorwiegend findet er sich bei tierischen Produkten, bei denen er
Fraßschäden anrichtet. Außerdem können die Larven durch ihre Haare Allergien
und Darmerkrankungen beim Menschen bewirken.
Pharaoameisen
Dieses sehr kleine Schadinsekt deckt seinen Eiweißbedarf aus Lebensmitteln,
tierischen und menschlichen Ausscheidungen und Abfällen. Diese Ameisen sind
für die Gesundheit des Menschen nicht ungefährlich, da sie Keime von
Fußböden, Toiletten- und Abfallbereichen übertragen können.
Schaben
Während die kleinere (bis zu 14 Millimeter) Deutsche Schabe eine
hellgelb-bräunliche Farbe besitzt, ist die größere (bis zu 28 Millimeter)
Küchenschabe braun-schwarz. Beide Arten befallen vor allem saftreiche
pflanzliche Produkte, aber auch Abfälle und weiche, faulende Materialien (auch
Leder, Papier). Außer Fraßschäden an Nahrung und Materialien, verursachen sie
einen unangenehmen Geruch, Verunreinigungen, übertragen Mikroorganismen und
rufen beim Menschen Allergien hervor. Da Schaben sehr lichtscheu sind, kann man
sie tagsüber nur schwer entdecken.
Ratten und Mäuse
Diese Nagetiere befallen Lebensmittel aller Art. Die Folge sind Fraß- und
Materialschäden, Verunreinigungen durch Kot, Urin und Haare und eine
Übertragung von Krankheitskeimen.
Bekämpfungsmaßnahmen
 | Gründliche Begutachtung eingekaufter Ware
 | Lebensmittel geruchsdicht verpacken (z.B. in Gläser oder
Kunststoffbehälter)
 | Befallene Lebensmittel beseitigen. Damit vom Abfalleimer aus kein neuer
Schädlingsbefall erfolgt, Schädlinge vorher abtöten. Dazu die betroffenen
Produkte einfach für 10 Tage in den Gefrierschrank legen (denn Temperaturen
unter 0° C überstehen Schädlinge meist nur einige Stunden oder Tage) oder
bei 60-80° C für 12 Stunden im Backofen erhitzen (denn Temperaturen über
50° C töten Schädlinge in kurzer Zeit ab)
 | Lagerstelle sauber halten
 | Verstecke vermeiden. Schon 1 Millimeter breite Spalten bieten optimale
Verstecke
 | Lagerzeiten so kurz wie möglich halten. Zuerst eingelagerte Ware zuerst
verbrauchen, zuletzt eingekaufte Ware hinten einordnen
 | Lebensmittel kühl und trocken lagern, da sich eine niedrige Temperatur
und Luftfeuchtigkeit ungünstig auf die Entwicklung von Schädlingen
auswirkt
 | Fallen (Köderfallen) aufstellen
 | Wenn andere Maßnahmen keine Abhilfe schaffen können, chemische Mittel
(besonders für Schädlingsverstecke wie hinter Schränken und Leisten und
unter Dielen) verwenden |
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Schadstoffe
Zu den Schadstoffen zählen alle Substanzen, die sich nachteilig auf das
Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen auswirken. Entsprechend ihrer
Herkunft können die Schadstoffe in 4 Kategorien eingeteilt werden:
 | Schadstoffe natürlichen Ursprungs
 | Schadstoffe durch Umweltverschmutzung
 | Rückstände aus der Landwirtschaft
 | Schadstoffe durch unsachgemäße Lagerung und Zubereitung
 | Im Folgenden wird näher auf die letzte Kategorie eingegangen, wobei
besonders die Schadstoffe, die durch unvorteilhaftes Aufbewahren und Lagern
von Lebensmitteln im Privathaushalt entstehen, betrachtet werden. |
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Wie entstehen Schadstoffe im Haushalt?
Bei den Schadstoffen handelt es sich meist um mikrobielle Verunreinigungen
der Lebensmittel, die vor allem auf Grund mangelnder Hygiene und nachteiliger
Lagerbedingungen gebildet werden. Die Folge sind Lebensmittelverderb und
Erkrankungen, die beim Menschen nach dem Verzehr stark schadstoffhaltiger
Produkte auftreten können.
Welche Schadstoffe verursachen welche Krankheiten?
Salmonellen
Die Salmonellose ist eine der am häufigsten über Lebensmittel ausgelösten
Erkrankungen. Sie kann sich in Kopf- und Leibschmerzen, Fieber, Erbrechen und
starken Durchfällen äußern und sogar zum Tode führen. Die Krankheit wird von
Salmonellen, einer Bakterienart, verursacht. Diese Bakterien gelangen entweder
direkt vom Tier ins Lebensmittel (z.B. Geflügel und Hackfleisch) oder indirekt
durch eine Schmierkontamination, d.h. die Lebensmittel werden durch nicht
ausreichend gereinigte Geräte und Hände während des Be- und
Verarbeitungsprozesses infiziert. So z.B. im Fall eines Geflügelsalates, der in
einer Schüssel zubereitet wird, in der vorher ein salmonelleninfiziertes
Hähnchen aufgetaut wurde. Während das Hähnchen selbst erhitzt wird und somit
die Salmonellen abgetötet werden, können sie sich im Salat vermehren.
Ideale Nährböden für Salmonellen sind eiweißreiche Lebensmittel mit
ausreichendem Wassergehalt. Dazu gehören vor allem tierische Produkte wie
Geflügel, Hackfleisch, Fleisch- und Eiersalate, Eier, Backfüllungen, Cremes
und Speiseeiserzeugnisse. Der optimale Temperaturbereich für die Bakterien
liegt bei 30-37° C. Da sie sehr widerstandsfähig sind, können sie nicht durch
ein Tiefgefrieren von Lebensmitteln abgetötet werden und vermehren sich schon
ab einer Temperatur von 7° C. Wirksam vernichtet werden, können Salmonellen
jedoch durch ein Erhitzen der betroffenen Produkte auf 70-80°C.
Um die Bakterien unschädlich zu machen bzw. ihre Vermehrung zu verhindern,
sollten folgende Hinweise beachtet werden:
 | Auf hygienische Verhältnisse achten (saubere Hände, Arbeitsgeräte und
Spültücher)
 | Fleisch gründlich durchgaren (mindestens 10 Minuten bei 80° C)
 | Besser als ein langes Warmhalten von Speisen, ist ein schnelles Abkühlen
und eventuell erneutes Erhitzen
 | Leicht verderbliche Lebensmittel im Kühlschrank aufbewahren und schnell
verbrauchen
 | Für unerhitze Speisen keine Eier (grundsätzlich im Kühlschrank
aufbewahren) verwenden, die älter als 5 Tage sind
 | Salate und Gemüse getrennt von Fleisch zubereiten
 | Auftauflüssigkeit von Gefriergut weggießen |
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Listerien
Die Listeriose wird durch die Bakterienart Listeria monocytogenes verursacht,
wobei die Infektionswege noch nicht eindeutig geklärt sind. Die Symptome
können grippeähnlich sein, sich aber auch in Blutvergiftungen, Leber- und
Hirnhautentzündungen äußern. Die Bakterien sind besonders in rohen
Lebensmitteln wie in Rohmilch, Milchprodukten (z.B. Weichkäse), rohem Fleisch,
Gemüse und Salat enthalten. Wie die Salmonellen auch, sind Listerien relativ
unempfindlich gegenüber Kälte, können jedoch durch Hitze (ab 65° C)
abgetötet werden.
Tipps:
 | Auf hygienische Verhältnisse achten
 | Rinde vom Käse entfernen
 | Rohmilch und Hackfleisch vor dem Verzehr kurz erhitzen |
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Schimmelpilzgifte (Mykotoxine)
Schimmelpilze gedeihen optimal bei feuchter Wärme und bilden watte- bis
mehlartige weiße oder farbige Pilzrasen oder Stränge. In Säften sind
Schimmelpilze meist durch eine schwache Flockenbildung zu erkennen.
Verschimmelte Lebensmittel können verschiedene Gifte enthalten, die die
Gesundheit des Menschen gefährden.
Aflatoxin B1
ist ein relativ starkes Gift, das neben Lebensmittelveränderungen auch die
Krebsentstehung fördern kann. Es wird vom Pilz Aspergillus flavus gebildet und
tritt vornehmlich bei Nüssen, Reis und Mais auf.
Patulin
ist ein Mykotoxin, das in faulendem Obst oder den daraus hergestellten Säften
enthalten ist.
Mutterkorn
kann bei Roggen- und Weizengetreide auftreten und ragt, schwarz-violett
gefärbt, aus deren Ähren heraus. Es enthält giftige Alkaloide, die den
sogenannten Ergotismus, der sich durch ein Kribbeln in den Gliedmaßen,
Darmstörungen und Verwirrtheit bis Bewusstlosigkeit äußert, verursachen
können.
Tipps:
 | Sichtbar verschimmelte Lebensmittel (z.B. Brot, Backwaren, Käse und
Wurst) wegwerfen
Ausnahme: bei Konfitüre mit einem Zuckergehalt über 50% ist es
ausreichend, die Schimmelpilzschicht großzügig abzutragen
 | Faulstellen an Früchten großzügig ausschneiden
 | angefaulte Pfirsiche und Tomaten nicht mehr verzehren (da sich Patulin
weit ins Gewebe ausbreitet)
 | Nur gereinigtes Getreide verwenden
 | Getreide, das aus eigenem Anbau oder direkt vom Hersteller stammt,
gründlich auf Mutterkorn untersuchen
 | Auf hygienische Verhältnisse achten |
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Nicht alle Schimmelpilzarten erzeugen Giftstoffe. So ist der
"Kulturschimmel", d.h. unter kontrollierten Bedingungen produzierte
Pilzarten, unbedenklich und wünschenswert (z.B. bei Camembert).
Botulinusgifte
Das relativ starke Botulinusgift wird von der Bakterienart Clostridium botulinum
gebildet und verursacht einen fauligen Geruch und ein käsiges Aussehen des
Lebensmittels. Im Fall einer Vergiftung treten Sehstörungen, Lähmungen der
Zungen-, Schlund- und Nackenmuskulatur, Mattigkeit und Übelkeit auf und eine
Atemlähmung kann sogar zum Tode führen.
Da Clostridium botulinum sogar eine kurze Erhitzung auf 100° C überlebt, kann
das Botulinusgift z.B. in eingeweckten Lebensmitteln enthalten sein, entsteht
aber auch bei unsachgemäßer Lagerung von Fisch.
Tipps:
 | Beim Einmachen auf eine Temperatur von mindestens 100° C (etwa 30 Minuten
lang) achten
 | Da die Vermehrung von Clostridium botulinum zur Gasbildung und somit zur
Aufwölbung von Dosendeckeln bzw. zum Aufgehen von Einmachgläsern führt,
die dadurch betroffenen Lebensmittel nicht mehr verzehren
 | Verdächtige Lebensmittel vernichten |
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Biogene Amine
Biogene Amine kommen natürlich im Stoffwechsel aller Organismen vor, können
jedoch auch in höheren Konzentrationen bei mikrobiellen Reifungsprozessen (z.B.
bei Käse) oder mikrobiellem Verderb eiweißreicher Lebensmittel (z.B. Fisch)
gebildet werden.
Bei Aufnahme hoher Mengen eines biogenen Amins, dem Histamin, kann die
sogennannte Scromboidvergiftung ausgelöst werden. Diese äußert sich durch
Symptome wie Hautrötung, Nesselausschlag, Juckreiz, Durchfall und
Bewusstseinsstörungen. Ein anderes biogenes Amin, Tyramin, das vor allem in
verschiedenen Käsesorten, Schokolade und Wein vorkommt, kann Auslöser für
starke Kopfschmerzen sein.
Tipp:
 | Auf sachgemäße Lagerung achten |
Schwermetalle
Es wichtig, den Inhalt von geöffneten Konservendosen, die zinn- und bleihaltig
sind, umzufüllen. Nur so kann verhindert werden, dass die Metalle auf die
Lebensmittel übergehen.
Auch bei Keramikgefäßen ist Vorsicht geboten, da deren Glasuren Cadmium und
Blei enthalten können. Es empfiehlt sich, nur solche Keramikgefäße zu
verwenden, die ausdrücklich dafür vorgesehen sind (z.B. durch den Hinweis
"Für Lebensmittel").
Aufbewahrung und Lagerung von Lebensmitteln
Vorratsschrank
Im Vorratsschrank bzw. der Speisekammer können alle lang haltbaren
Lebensmittel wie Trockenprodukte (Mehl, Zucker, Salz, Zwieback, Teigwaren, Reis,
Hülsenfrüchte), Vollkonserven und Eingemachtes gelagert werden. Dabei sollten
folgende Hinweise beachtet werden:
 | Die Temperatur sollte unter 20° C liegen, um die Lebensmittelqualität
möglichst lange zu erhalten
 | Im Sommer für ausreichend Lüftung sorgen, damit kein zu hoher
Temperaturanstieg erfolgt
 | Im Winter Temperaturen unter 0° C vermeiden, damit keine Gläser platzen
bzw. Dosen durch Gefrieren des Inhalts undicht werden
 | Die Lebensmittel sollten trocken, dunkel und angemessen verpackt gelagert
werden, um Verklumpungen, Schimmelbildung, bakteriellen Verderb und
Farbänderungen zu vermeiden
 | Ältere Vorräte zuerst verbrauchen, damit das Mindesthaltbarkeitsdatum
nicht überschritten wird
Tipp: Neue Vorräte stets nach hinten räumen, ältere dafür nach vorn
 | Aufgewölbte Konservendosen und aufgegangene Einmachgläser aussortieren
 | Auf Sauberkeit achten und Regale von Zeit zu Zeit gründlich reinigen |
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Kühlschrank
In den Kühlschrank gehören alle leicht verderblichen Lebensmittel wie z.B.
Milch, Milchprodukte, Eier, Fleisch und Fisch, die kurzfristig gelagert werden
sollen. Durch die niedrige Temperatur von 2-8° C wird eine Verzögerung bzw.
Hemmung des Wachstums von Mikroorganismen, Krankheitserregern und enzymatischen
Reaktionen und eine langsamere Nachreifung von Obst und Gemüse erreicht. Die
unterschiedlichen Temperaturen innerhalb eines Kühlschranks können genutzt
werden, um die Ansprüche der verschiedenen Lebensmittel an die Lagertemperatur
zu erfüllen.
Da kalte Luft absinkt, befindet sich die kühlste Zone normalerweise im unteren
Bereich auf der Glasplatte und nahe des Kühlers (an der Rückwand des Gerätes
oder unter dem Verdampferfach). Hier sollten Fleisch, Fleischwaren, Fisch und
Milch aufbewahrt werden, die besonders leicht verderblich sind. Lebensmittel,
die nur leicht gekühlt werden müssen, wie Getränke, Butter und Eier, können
in den Türfächern gelagert werden. Auch Käse sollte aus Geschmacksgründen
dort oder in einem der obersten Fächer aufbewahrt werden. Einen idealen Platz
für Obst und Gemüse bietet das Obst- und Gemüsefach, denn hier liegen die
Temperaturen etwa um 3 Grad höher als im Vergleich zum Rest des Kühlschranks.
Obwohl in dem Fach auch die Luftfeuchte etwas höher ist, sollten Obst und
Gemüse zusätzlich in Kunststoffbeutel verpackt werden, um somit ihr
"Schrumpfen" zu vermeiden. Die übrigen Lebensmittel wie zubereitete
Speisen, Backwaren und Milchprodukte können im restlichen Bereich des
Kühlschrankes gelagert werden.
Das Verdampferfach ist mit 1- 4 Sternen gekennzeichnet. Während sich ein Fach
mit einem Stern (Temperatur mindestens -6° C) lediglich für eine 1-3-tägige
Lagerung von Lebensmitteln eignet, kann ein Fach mit vier Sternen (Temperatur
mindestens -18° C) nicht nur zum Lagern von Lebensmitteln über mehrer Monate,
sondern auch zum Einfrieren kleiner Mengen genutzt werden.
Tipps:
 | Eingekaufte Lebensmittel sofort in den Kühlschrank einräumen
 | Lebensmittel abgedeckt (z.B. mit Teller abgedeckte Gefäße) oder dicht
verschlossen (z.B. Kunststoffdosen, Folie) aufbewahren, damit sie nicht
austrocknen. So können auch Geschmacks-, Geruchs- und Keimübertragungen
reduziert werden
 | Südfrüchte wie Ananas, Bananen, Avocados und Zitrusfrüchte sowie
Kartoffeln, Tomaten und Zucchini nicht im Kühlschrank aufbewahren, da ihr
Aroma durch die Kälte verloren gehen kann |
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Tiefkühlgerät
Tiefkühlgeräte dienen dem Einfrieren und der mittel- und langfristigen
Lagerung von Lebensmitteln. Durch die vorherrschenden Temperaturen von unter
-18° C kann ein bakterieller Verderb nahezu ausgeschlossen werden. Enzymatische
und oxidative Veränderungen (Verderb durch Reaktionen mit Luftsauerstoff)
laufen verlangsamt ab, werden jedoch nicht gestoppt. Das bedeutet, dass auch
hier die Lagerdauer begrenzt ist. Die empfohlenen maximalen Lagerzeiten betragen
für:
 | Fertigspeisen 3 Monate
 | Fleisch 3-12 Monate
 | Obst und Gemüse 6-12 Monate |
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Neben der Lagerdauer, sollte weiterhin folgendes berücksichtigt werden:
 | Feste Lebensmittel in Folien oder Beutel verpacken und weiche bzw.
flüssige Lebensmittel in Kunststoffbehälter aufbewahren. So kann unter
anderem auch ein Gefrierbrand vermieden werden.
 | Verpackungsgröße nicht zu groß wählen, damit die Produkte schnell
durchfrieren können und die Qualität nicht durch langes Auftauen gemindert
wird.
 | Gefriergut mit Inhalt und Einfrierdatum kennzeichnen |
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Mindesthaltbarkeitsdatum
Auf den Etiketten verpackter Lebensmittel muss neben Art und Menge des
Inhalts, Zutaten und Hersteller auch ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben
werden. Dieses Datum entspricht dem Zeitpunkt, bis zu dem ein Lebensmittel unter
Einhaltung der angegebenen Lagerbedingungen seine spezifischen Eigenschaften,
d.h., seine sensorische Qualität und einen mikrobiell einwandfreien Zustand,
behält. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht mit dem Zeitpunkt des Verderbs
gleichzusetzen. In der Regel kann ein Lebensmittel nach Erreichen des
Mindesthaltbarkeitsdatum noch eine gewisse Zeit aufbewahrt und verzehrt werden,
da der Hersteller eine Sicherheitsspanne für die Genießbarkeit der Produkte
einkalkuliert.
Nach § 7 der Lebensmittelkennzeichnungs-Verordnung (LMKV) muss das
Mindesthaltbarkeitsdatum unverschlüsselt mit Tag/ Monat/ Jahr ausgewiesen
werden. Allerdings besteht bei einer Haltbarkeitsdauer von unter 3 Monaten keine
Pflicht für eine Jahresangabe und bei einer Dauer von über 3 Monaten keine
Pflicht für eine Tagesangabe.
Ist die Haltbarkeit nur unter bestimmten Temperaturen gewährleistet, muss diese
zusätzlich angegeben werden.
Einige Lebensmittel wie z.B. Vollkonserven sind über mehrere Jahre lagerfähig
und bei Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatum droht meist keine
bakterielle Gefahr. Anders verhält es sich mit leicht verderblichen Produkten,
auf deren Mindesthaltbarkeitsdatum genau geachtet werden sollte. Deshalb wurde
für diese Lebensmittel (z.B. Vorzugsmilch und aufgetautes Fleisch) nach § 7a
der LMKV ein sogenanntes Verbrauchsdatum eingeführt.
Fazit
In der Regel sind die mit der Nahrung aufgenommenen Mengen an schädlichen
Stoffen so gering, dass dadurch keine gesundheitlichen Gefahren zu befürchten
sind. Einerseits wurden zum Schutz des Verbrauchers zahlreiche Gesetze und
Verordnungen erlassen, deren Einhaltung durch die
Lebensmittelüberwachungsbehörden kontrolliert wird. Andererseits kann jeder
selbst mit geringem Aufwand, nämlich durch die Beachtung der beschriebenen
Hinweise, Schadstoffe und Schädlinge in Lebensmitteln minimieren und somit die
Qualität von Lebensmitteln erhalten und durch den Lebensmittelverderb bedingte
Krankheiten vermeiden.
Literaturverzeichnis
 | Forth, W., Pharmakologie und Toxikologie, Wissenschaftsverlag,
5.bearb./erw. Auflage, 1990
 | Gefrierkost, Tiefkühlkost von A-Z, AID, 1992
 | Haltbarmachen von Lebensmitteln, AID, 1996
 | Kluthe, R., Ernährungsmedizin in der Praxis, Spitta Verlag, Balingen 1999
 | Lebensmittelvorrat, AID,1995
 | Roche Lexikon Medizin, Urban & Schwarzenberg, 2. neubearb. Auflage,
1987
 | Schädlinge in Lebensmitteln, Ernährungs-Umschau, 10/ 1999
 | Schädlinge in Lebensmitteln, Ernährungsumschau, 2/ 2000
 | Schadstoffe in der Nahrung, AID, 1994
 | Schimmel auf Lebensmitteln - Hände weg, AG der Verbraucherverbände e.V.,
1990
 | Vorratsschädlinge, AID, 1993 |
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