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Frühjahrsputz für Körper und Seele

Die Weltgesundheitsorganisation versteht Gesundheit umfassend als: "... Zustand optimalen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens bei völligem Fehlen einer Erkrankung oder Schwäche."

Die Aufgabe der Gesundheitspflege besteht darin, diesem Idealzustand so nahe wie möglich zu kommen. Besonders die geistig-seelische Gesundheitspflege spielt heute eine wichtige Rolle, weil Streß, Hektik, Reiz-überflutung und Vereinsamung immer mehr Menschen krank machen.

Körper und Seele bilden eine Einheit

Gesundheitspflege führt nur dann zum Erfolg, wenn sie den Menschen als Ganzheit umfaßt. Es müssen also günstige Bedingungen für Körper, Geist und Seele bestehen. Dazu gehören u.a. eine gesunde ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegung, Abbau von Streßfaktoren, genügend Schlaf, saubere Umweltbedingungen und harmonische zwischenmenschliche Beziehungen.

Für die Gesundheitsvorsorge ist jeder selbst verantwortlich, daher bleibt es auch jedem selbst überlassen, wie er sein Seelenleben harmonisieren und die Reifung seiner Persönlichkeit fördern will. Bequeme »Rezepte dazu gibt es nicht. Das muß immer ganz individuell erfolgen.


Streß ist allgegenwärtig und im Grunde nützlich

Der Traum von einem streßfreien Leben auf einer einsamen Insel, der viele gestreßte Menschen ab und zu überkommt, wird immer eine Illusion bleiben; der Streßmangel wäre selbst wieder ein hoher Streß. Viel-mehr geht es darum, den Streß sinnvoll zu bewältigen und zu nutzen, überschießende Streßreaktionen zu kontrollieren und unnötigen Streß zu vermeiden.

Zu den Anti-Streß-Maßnahmen gehört es, vermeidbare Streßfaktoren zu erkennen und so weit wie möglich abzubauen. Dazu gibt es keine allgemeingültigen Regeln, jeder muß seine Situation selbstkritisch analysieren und die praktischen Konsequenzen daraus ziehen. Welche Maß-nah-men im konkreten Einzelfall erforderlich sind, ergibt sich immer erst aus der Streßsituation.

Entspannung und Selbstbeeinflussung

Ganz besonders wichtig sind Entspannungsübungen und guter Schlaf, denn sie bilden die Grundlagen der körperlich-seelischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Den zahlreichen Techniken zur Entspannung und Selbst-beeinflussung ist eines gemeinsam: sie müssen regelmäßig geübt werden. So wie der Sportler nur durch ständiges Training zum Erfolg kommt, so erreicht man auch mit Entspannungsübungen erst dann spür-bare Ergebnisse, wenn man die Übungen dauernd durchführt.

Bewegung ist aktive Gesundheitsvorsorge

Neben täglicher Gymnastik gehört Sport zur regelmäßigen Gesundheitsvorsorge. Die Ausdauer und Beweglichkeit wird gefördert, der Stoffwechsel, die Durchblutung und die Körperabwehr angeregt, der Herzmuskel gekräftigt und allmählich das körperliche, indirekt auch das geistige Leistungsvermögen und allgemeine Wohlbefinden verbessert.

!   Hochleistungssport eignet sich nicht zur Gesundheitspflege, sondern führt oft schon in jungen Jahren zu erheblichen Gesundheitsstörungen.

Regelmäßige körperliche Bewegung in frischer Luft ist das beste Lockerungsmittel gegen Verkrampfung und Unruhe. Darüber hinaus sind Gymnastik, Sport und Turnen wertvolle Mittel zur Willensbildung. Stets sollte man diejenige körperliche Tätigkeit ausüben, die einem Freude bereitet und der man konstitutionell gewachsen ist, sei es nun Joggen, Radfahren, Schwimmen, Skilanglauf oder Gartenarbeit.

Tip:   Am besten läßt man nach längerer "Sportpause" vor intensiveren sportliche Aktivitäten eine gründliche Untersuchung beim Arzt durchführen.


Das Befinden stärken und verbessern

Dem modernen Menschen ist das natürliche Gespür für die Signale des Körpers verlorengegangen, die auf einen Bedarf, einen Mangel, eine Vergiftung oder eine Fehlfunktion im Organismus hinweisen. Wer aber nicht versteht, was sein Körper ihm sagen will, der kann ihm auch nicht wirksam helfen.

Wer also zur Hebung des Wohlbefindens und zur Beseitigung kleinerer Beschwerden unklarer Ursache etwas für sich tun will, der sollte zuvor die Hintergründe seines Mißbefindens klären bzw. klären lassen (z.B. durch einen ärztlichen "Check-up").


Ernährung: Wichtiger Baustein der Gesundheitspflege

Ist man im eigentlichen Sinne nicht krank, reagiert der Organismus aber nicht optimal und präzise auf Reize und Anforderungen - fühlt man sich also beispielsweise wie bei der Frühjahrsmüdigkeit unwohl, schlapp und leistungsschwach -, dann sollte zur Rückgewinnung der vollen Fitneß zuerst einmal an eine gesündere Ernährung gedacht werden.

Die Nahrung muß so zusammengesetzt sein, daß der Organismus alles bekommt, was er zum Aufbau, zur "Reparatur" entstandener Schäden, zur Beseitigung von Giften und Schlacken und als "Brennstoff" braucht. Neben Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten muß sie lebenswichtige Bausteine wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten.

Viele der heutigen Lebensmittel sind leider nicht mehr so, daß sie diese Forderungen optimal erfüllen. Nahrungsmittel stammen häufig von ausgelaugten Ackerböden oder wurden in Treibhäusern gezo-gen und sind so von deutlich verringertem Nährwert. Sie haben bei der Bearbeitung oder Lagerung ihre wertvollsten Bestandteile verloren und sind durch Düngung, Konservierung und andere Maßnahmen unter Umständen sogar schadstoffbelastet.

Chronisches Unwohlsein ist oft ein Hinweis dafür, daß dem Körper wichtige Stoffe fehlen, die er sich selbst nicht beschaffen kann, oder daß das eine oder andere Organ, speziell die Leber, eine gezielte Hilfe zur Entgiftung braucht. Bei unerklärlicher Müdigkeit und Leistungsschwäche ist in erster Linie an einen Vitaminmangel zu denken; beispielsweise bei Frühjahrsmüdigkeit an einen Vitamin-C-Mangel an.

Tip:   Um stärkere Mangelzustände zu verhindern oder rasch zu beheben, können Multi-Vitamin- und Mineralstoff-Präparate eine wirksame Hilfestellung geben.



Entschlackung durch gesunde Ernährung

Besonders im Frühjahr fühlen sich viele Menschen schlaff, abgespannt und chronisch müde. Es wird zwar viel darüber gespottet, dennoch beruht die Frühjahrsmüdigkeit keinesfalls auf Einbildung, sondern zeigt an, daß mit dem Körper etwas nicht stimmt. Meist handelt es sich um Man-gel-zustände nach dem Winter. Man ist trotzdem gut beraten, zur Klä-rung der Ursachen eine gründliche Untersuchung durchführen zu lassen.

Tip:   Mit einer Blutreinigungskur werden Schlacken, die während des Winters im Körper angehäuft wurden, ausgeschieden und die übermäßige Neubildung von Stoffwechselgiften verhindert. Durch die bewußte Ausleitung der Stoffwechselschlacken werden wieder gesunde Verhältnisse in den Gewebssäften und im Blut hergestellt.



Gesunde, vollwertige Ernährung gilt als Grundlage der regelmäßigen Gesundheitspflege. Sie führt dem Körper Energie, Bau- und Vitalstoffe für seine Lebensfunktionen zu.

!   Bei gewohnheitsmäßig falscher Ernährung kann man auf Dauer nicht gesund und leistungsfähig bleiben, auch wenn man sich in allen anderen Bereichen gesundheitsbewußt verhält.

Die heute übliche Zivilisationskost enthält zu viel Fleischprodukte, Fett, Süßigkeiten und andere denaturierte Nahrungsmittel. Wird diese Ernährung reformiert, bringt das einen wirklichen gesundheitlichen Gewinn. Vollwertkost kann so abwechslungsreich und wohlschmeckend sein, daß es nicht schwer fällt, seine bisherigen Verzehrsgewohnheiten aufzugeben.
Vollwertige Ernährung führt dem Organismus täglich alle Nähr- und Vitalstoffe zu, die er zur Energiegewinnung, zum Aufbau körpereigener Substanz und für die zahlreichen biochemischen Stoffwechselvorgänge benötigt. Ballaststoffe spielen dabei neben Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und anderen Vitalstoffen eine wichtige Rolle.




Mischkost oder vegetarische Ernährung?

Immer wieder streiten sich die Fachleute um die Frage, ob die Natur den Menschen als reinen Pflanzen- oder Allesesser angelegt hat. Grundsätz-lich kann man von der Tatsache ausgehen, daß Menschen Gemischtesser sind, denn der menschliche Verdauungsapparat ist für eine aus Fleisch und Pflanzen gemischte Kost eingerichtet. !   Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate stehen nur dann in einem ausgewogenen Verhältnis zur Verfügung, wenn die Mischkost aus gehaltvoller Kost tierischer Herkunft und ballastreicher Pflanzenkost besteht.


Nähr- und Vitalstoffe - unentbehrlich für den Körper

Die Nahrungsmittel enthalten die Nährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate und die Vitalstoffe, zu denen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und Ballaststoffe gehören.

Nährstoffe führen dem Körper Kalorien zu und dienen vorwiegend als Energieträger. Die Vitalstoffe sind für die zahlreichen chemischen Stoffwechselprozesse zuständig. Die Ballaststoffe dienen vor allem der regelmäßigen Darmpflege.

!   Unter dem Oberbegriff "Vitalstoffe" werden alle jenen Nah-rungsbestandteile zusammengefaßt, die dem Körper keine Ener-gie (Kalorien) zuführen, sondern an Stoffwechselfunktionen beteiligt sind oder als Bausteine der lebenden Substanz dienen.


Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

Vitamine sind lebenswichtige Begleitstoffe bei den einzelnen Stoffwechselprozessen und darüber hinaus die wichtigsten Substanzen des Immunsystems. Besondere Bedeutung haben dabei inzwischen die Vitamine C und E sowie ß-Carotin (Vorstufe von Vitamin A) erlangt, weil sie die schädlichen sogenannten freien Radikale in Schach halten.

Als Mineralstoffe oder Mengenelemente bezeichnet man die Gruppe von Elementen, die im Körper in größeren Mengen vorkommen. Hierzu gehö-ren Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium und Phosphor.

Die Spurenelemente werden als Bestandteile der Nahrung in weit gerin-ge-ren Mengen benötigt - sie wirken in Mikro-Quantitäten. Bis heute sind 14 Spurenelemente ermittelt worden: Chrom, Eisen, Fluor, Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Nickel, Selen, Silizium, Vanadium, Zink und Zinn.


Das Angebot an Nahrungsmitteln ist heute so reichhaltig und vielseitig, daß man sich kaum vorstellen kann, daß jemand unter einem Mangel lei-den kann. Doch der Eindruck täuscht: Tatsächlich weisen viele Menschen einen unterschiedlich stark ausgeprägtem Vitalstoffmangel auf.


Vorwiegend erklären sich die Mangelzustände aus einer falsch zusammengestellten, einseitigen Ernährung. Hinzu kommt häufig noch eine falsche Zubereitung, bei der unnötig Vitalstoffe verloren gehen. Außer-dem enthalten die Nahrungsmittel heute oft von vornherein weniger Vitalstoffe.

Risikofaktoren und besondere Lebensumstände erhöhen den Vitalstoffbedarf: Hohe Arbeitsbelastung und Streß, intensive sportliche Betä-tigung, Schwangerschaft, Kindes- und Jugendalter sowie die sogenannte zweite Lebens-hälfte. Auch bei ausgewogener Ernährung sind somit Mangelzustände möglich.


Kuren zur Gewichtsreduktion und Entschlackung Diätkuren sind eine der am häufigsten angewendeten Heilmaßnahmen, die sowohl in der Selbstbehandlung als auch in der ärztlichen Therapie eine große Rolle spielt. Fettleibigkeit und Übergewicht sind heute in den industrialisierten Ländern zu einem großen Problem geworden.

Übergewicht ist ein Bilanzproblem, d.h., dem Körper wird mehr Energie zugeführt, als er verbraucht. Bei der Gewichtsreduktion greift man in die Energiebilanz ein, sinnvollerweise sowohl auf der Zufuhr- als auch auf der Ausgabenseite.

Wer einmal "fasten" möchte, sei es um ein paar Pfunde loszuwerden oder um eine Phase körperlichen und/oder seelischen Unwohlseins zu bewältigen, der sollte es mit einer energiereduzierten Mischkost versuchen. Sie ist risikoarm, schonend und - erfolgreich. Das Grundprinzip: Die bewährte gemischte Zusammensetzung der Ernährung kann man beibehalten, es muß aber die Gesamtenergieaufnahme reduziert werden. Gemie-den wer-den sollten allenfalls reine Energieträger wie Alkohol, Zucker und Fett.


Tip:   Weitere Möglichkeiten zur Gewichtsreduktion bieten industriell hergestellte sogenannte Formuladiäten, die bei verminderter Energiezufuhr eine ausreichende Zufuhr lebenswichtiger Nährstoffe gewährleisten.



Die andere Möglichkeit, in die Energiebilanz einzugreifen, ist die Steigerung des Energieverbrauchs. Wirkungsvoll sind körperliche Bewegung und Sport.

Ohne eine Änderung der Eßgewohnheiten bleibt eine Diät auf Dauer erfolglos. Werden die alten Eßgewohnheiten nach Abschluß einer Diät wieder aufgenommen, führt dies zu einer erneuten Gewichtszunahme. Dabei kann das Ausgangsgewicht sogar noch übertroffen werden, da der Körper während der Diätphase gelernt hat, mit einer verminderten Energiezufuhr auszukommen.

!   Nur durch eine Kombination von vernünftiger Ernährung, sinn-vollem Eßverhalten und Bewegung hat eine Gewichtsreduktion langfristig Erfolg.
Wohlbefinden durch Fasten

Schon in alten Zeiten wußten die Völker, daß Diätfehler Krankheiten erzeugen. Sie benutzten deshalb auch die Nahrungsenthaltung als Heilmethode. Die Fastenkur ist eine sehr einschneidende Maßnahme, und ihre Durchführung ist von bestimmten Voraussetzungen abhängig. Der Fastende muß innerlich auf das Fasten vorbereitet werden. Eine längere Vollfastenkur kann nur durchgeführt werden, wenn der Fastenwillige alle äußeren Einflüsse, welche irgendwie störend wirken können, auszuschal-ten vermag. Darum sind Fastenkuren zu Hause wohl nur durchführbar, wenn die Familienangehörigen so verständig sind, dem Fastenden die Ein-haltung seines Vorhabens nicht zu erschweren.

Tip:   Um Vorurteilen zu begegnen und einen vorzeitigen Abbruch der Fastenkur auszuschalten, ist es zweckmäßig, Fastenkuren in einer dafür geeigneten Kuranstalt durchzuführen.


Ein häufiges Vorurteil gegen Fastenkuren ist die Annahme, daß Fasten zu Unterernährung und damit zur Schädigung des Körpers führen könne. Diese Ansicht ist unrichtig. Obwohl selbstverständlich der Fastende während einer längeren, etwa 8-14tägigen Fastenkur abmagert, sind mit der ärztlich verordneten und geleiteten Kur niemals gesundheitliche Störungen verbunden. Vielmehr beobachtet man, daß während dieser Zeit zahlreiche, den Stoffwechsel und damit die Gesundheit belastende Rückstände abgebaut werden, welche sich durch bloße Diät in gleicher Weise nicht beeinflussen lassen.