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Gesunde
Ernährung
Einleitung
Die Ernährung gesund zusammenzustellen ist
nicht schwer. Allerdings zeigen Verzehrstudien, dass häufig Fehler in der
täglichen Ernährung gemacht werden: Die meisten essen zu energie- und
fettreich, der Ballaststoffgehalt der Nahrung ist zu gering, der Süßwaren- und
Alkoholkonsum hingegen häufig zu hoch. Insbesondere das weit verbreitete
schnelle Zwischendurchessen trägt unbewusst zu einer ungesunden
Lebensmittelauswahl bei.
Um den Körper gesund und leistungsfähig zu halten, sind Grundkenntnisse über
eine richtig zusammengesetzte Ernährung unentbehrlich. Doch wie setzt sich eine
gesunde Ernährung zusammen? Welche Bausteine sind daran beteiligt?
Im Folgenden werden die Grundbausteine - die Nährstoffe - sowie die
entsprechenden Zufuhrempfehlungen näher beschrieben.
Nährstoffe
Energie
Für alle Lebensvorgänge benötigt der
Organismus Energie. Der Energiebedarf des Menschen setzt sich aus folgenden
Komponenten zusammen: Grundumsatz, Leistungsumsatz und Thermogenese. Der
Grundumsatz umfasst die Energiemenge, die im Ruhezustand (gemessen im
Nüchternzustand bei völliger körperlicher und geistiger Entspannung) zur
Aufrechterhaltung aller lebensnotwendigen Funktionen benötigt wird. Der
Grundumsatz ist abhängig von Alter, Geschlecht, Hormonsituation,
Körpergröße, Gewicht sowie von der Körperzusammensetzung (fettfreie
Körpermasse). Der Leistungsumsatz umfasst den zusätzlich über dem Grundumsatz
liegenden Energiebedarf, der u. a. für körperliche Bewegung benötigt
wird.
Die Thermogenese ist die Energiemenge, die für Verdauungs- und Umbaureaktionen
im Stoffwechsel nach der Nahrungsaufnahme in Form von Wärme abgegeben wird. Bei
üblicher körperlicher Belastung (kein Hochleistungssportler) nimmt der
Grundumsatz den größten Teil des Energieverbrauchs ein, der Energieverbrauch
durch Wärmeproduktion nach Nahrungsaufnahme kann hingegen vernachlässigt
werden.
Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Energiezufuhr für Erwachsene,
welche als Richtwerte angegeben werden:
Richtwerte für die durchschnittliche Energiezufuhr in kcal/Tag
| Alter |
Kilokalorien
pro Tag |
Kilokalorien
pro Tag |
| weiblich |
männlich |
| 19-24 |
2400 |
3000 |
| 25-50 |
2300 |
2900 |
| 51-64 |
2000 |
2500 |
| 65 und älter |
1800 |
2300 |
Quelle: DGE: Referenzwerte für die
Nährstoffzufuhr, 2000
Die angegebenen Richtwerte beziehen sich auf normalgewichtige Personen mit
entsprechend altersangepasster körperlicher Aktivität.
Zu den energieliefernden Nährstoffen zählen Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate und
Alkohol. Vitamine und Mineralstoffe hingegen gehören zu den Nährstoffen, die
keine Energie liefern.
Eiweiß
Für den Ablauf lebenswichtiger biochemischer
Prozesse ist der Körper auf eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß (Protein)
angewiesen. Die Eiweißstoffe sind vielfältig zusammengesetzt und bestehen aus
20 verschiedenen Aminosäuren. Ein Teil dieser Aminosäuren ist für den
menschlichen Körper essenziell, das heißt, dass er sie nicht selbst herstellen
kann, sondern durch die Nahrung zugeführt werden müssen. Daher ist das Eiweiß
in der Ernährung durch keinen anderen Stoff zu ersetzen und sollte täglich in
ausreichender Menge aufgenommen werden. Grundsätzlich lässt sich aber sagen,
dass die meisten Menschen in Deutschland eher zu viel Eiweiß aufnehmen. Das
liegt vor allem an der hohen Menge an Fleisch und Wurstwaren, die verzehrt
werden. Das darin enthaltene tierische Eiweiß ist sehr hochwertig, da es dem
Körpereiweiß des Menschen ähnelt und dadurch gut verwertet werden kann.
Tierische Lebensmittel liefern jedoch gleichzeitig relativ viel Fett,
Cholesterin und Purine. Daher ist es günstig, verstärkt pflanzliche
Lieferanten zu bevorzugen. Also öfter mal Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Pilze,
Nüsse und auch Sojaprodukte auf den Speiseplan setzen. Als Faustregel gilt: Die
Hälfte der Eiweißzufuhr sollte über tierische Lebensmittel gedeckt werden,
die andere Hälfte über pflanzliche Lebensmittel.
Auch über Kombinationen tierischer und pflanzlicher Lebensmittel lässt sich
die biologische Wertigkeit, also die Eiweißqualität, erhöhen. So ergänzen
sich beispielsweise Kartoffel und Ei besonders gut, ebenso wie Rindfleisch und
Kartoffeln, Milch und Kartoffeln, Getreide und Milch und viele andere
Kombinationen.
Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die empfohlene Eiweißzufuhr für
Erwachsene.
Empfohlene Zufuhr für Protein
| Alter |
Eiweiß
in g pro kg
Körpergewicht pro Tag |
Eiweiß
in g
pro Tag |
Eiweiß
in g
pro Tag |
| weiblich/männlich |
weiblich |
männlich |
| 19-24 |
0,8 |
48 |
59 |
| 25-50 |
0,8 |
47 |
59 |
| 51-64 |
0,8 |
46 |
58 |
| 65 und älter |
0,8 |
44 |
54 |
Quelle: DGE: Referenzwerte für die
Nährstoffzufuhr, 2000
Fett
Fett ist der Nährstoff, der mit 9,3
Kilokalorien pro Gramm am meisten Energie liefert. Wird nicht das gesamte
Nahrungsfett vom Körper verbraucht, speichert er es als Depotfett. Daher sollte
der Richtwert für die Fettaufnahme von 30 % der Gesamtenergie nicht
überschritten werden. Die Art des Fettes und vor allem die Bedeutung für die
Gesundheit wird durch den Gehalt an gesättigten, einfach ungesättigten und
mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestimmt. So enthalten viele pflanzliche
Fette (Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Sojaöl) einen hohen Anteil an mehrfach
ungesättigten Fettsäuren, die für den Körper essenziell sind, d. h.,
dass diese vom Organismus nicht selbst gebildet werden können und mit der
Nahrung zugeführt werden müssen. Im Gegensatz dazu enthalten tierische Fette
vorwiegend gesättigte Fettsäuren, die der Körper auch selbst herstellen kann.
Einfach ungesättigte Fettsäuren (Olivenöl, Rapsöl) sind im Hinblick auf
Herz-Kreislauferkrankungen von besonderer Bedeutung und sollten - wie in der
mediterranen Küche auch - täglich auf dem Speiseplan stehen.
Darüber hinaus ist Fett Träger der fettlöslichen Vitamine (Vitamine A, D, E
und K). Das heißt, dass diese Vitamine nur dann vom Körper verwertet werden
können, wenn gleichzeitig ein wenig Fett in der Mahlzeit war. Daher ist eine
rohe Möhre plus ein kleines Glas Milch sinnvoller, als eine Möhre ohne
Beilage.
Gerade beim Fett gilt jedoch auch: Weniger ist
oft mehr. In Deutschland wird im Durchschnitt etwa 120 g Fett pro Tag verzehrt.
Eine tägliche Fettaufnahme von 60 g wäre bereits ausreichend. Auf den
sparsamen Umgang mit Fett sollte vor allem bei der Zubereitung der Speisen
geachtet werden - beim Kauf eher fettarme Lebensmittel ausgewählt werden.
Insbesondere sind die Lebensmittel zu beachten, die einen hohen Anteil an
versteckten Fetten enthalten, wie beispielsweise verschiedenen Wurstsorten,
Käse mit über 30 % Fett in der Trockenmasse, Nüsse, Kuchen, Chips und
Schokolade.
Vergleich einiger ausgewählter Lebensmittel
| Lebensmittel,
Portionsgröße |
Fettgehalt
in g pro Portion |
Teewurst, 30
g
gekochter Schinken, 30 g |
10,5
1 |
Camembert
70 % F.i.Tr., 30 g
Camembert, 30 % F.i.Tr., 30g |
12
4 |
Sahnejoghurt,
10 % Fett, 150g
Joghurt, 1,5 % Fett, 150 g |
15
2,5 |
Croissant,
45 g
Brötchen, 60 g |
15
0,5 |
Butterkuchen
(Hefeteig), 100g
Obstkuchen (Hefeteig), 150 g |
18
6 |
Kohlenhydrate
Grundbausteine der Kohlenhydrate stellen die
sog. Monosaccharide, also Einfachzucker, dar. Zu diesen gehören die Glucose
(Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker) und Galactose. Verknüpfen sich zwei
dieser Grundbausteine entstehen Disaccharide, also Zweifachzucker. Das
wahrscheinlich bekannteste Disaccharid ist die Saccharose (Haushaltszucker).
Weitere Zweifachzucker sind die Lactose (Milchzucker) und die Maltose
(Malzzucker). Verknüpft sich eine Vielzahl von Grundbausteinen entstehen
langkettige Kohlenhydrate, die sog. Polysaccharide. Zu diesen komplexen
Kohlenhydraten zählen Stärke und Glykogen; sie dienen den Pflanzen (Stärke)
bzw. Tieren (Glykogen) als Speicherstoffe.
Kohlenhydrate stellen in der Ernährung des Menschen einen wichtigen
Energieträger dar (4,3 Kilokalorien pro Gramm). Die tägliche
Kohlenhydratzufuhr sollte mindestens 50 % der Gesamtenergiezufuhr ausmachen;
langkettige, komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorngetreideprodukten, Gemüse und
Obst sollten dabei bevorzugt werden. Diese sättigen anhaltender als Mono- und
Disaccharide, belasten die Insulinausschüttung weniger und schonen die Zähne.
Alkohol
Alkohol weist mit 7,1 kcal/g eine hohe
Energiedichte auf. Neben gesundheitsschädigenden Aspekten, führt
regelmäßiger Alkoholkonsum auf Grund des hohen Energiegehaltes leicht zu
Übergewicht. Des Weiteren verhindert Alkohol die Fettverbrennung. Bei
Alkoholgenuss wird primär der Alkohol abgebaut, da dieser im Körper nicht
gespeichert werden kann. Als weitere energiereiche Nährstoffe werden
anschließend Kohlenhydrate und Proteine verbrannt und erst zum Schluss die
Fette. Da zumeist der Energiebedarf durch Alkohol, Kohlenhydrate und Proteine
bereits gedeckt wird, führt dies dazu, dass die gesamte aufgenommene Fettmenge
in den Fettdepots gespeichert wird. Somit steigt das Körpergewicht an.
Darüber hinaus haben alkoholische Getränke wie koffeinhaltige Getränke auch
eine diuretische, also harntreibende, Wirkung, die zu einer Störung des
Mineralstoffhaushalts führen kann.
Doch es sind auch positive Effekte auf den Genuss von Alkohol zurückzuführen.
Im Hinblick auf Herzkreislauferkrankungen scheint Alkohol u. a. auf Grund
der HDL-Cholesterin-Erhöhung (das "gute" Cholesterin) und der
verbesserten Fließeigenschaften des Blutes einen Schutz vor Herzinfarkt
aufzuweisen. Dennoch sollte - bei nicht täglicher Alkoholaufnahme - der
Richtwert von 10 g Alkohol für Frauen und 20 g Alkohol am
Tag für Männer nicht überschritten werden.
Vitamine
Vitamine sind lebenswichtige Substanzen, die
der Mensch überwiegend nicht selbst herstellen kann. Sie werden unterteilt in
fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Diese Unterteilung beruht auf ihrer
Eigenschaft, in Wasser oder Fett löslich zu sein. Vitamine sind am Ablauf von
Körperfunktionen und am Aufbau von Zellen und Geweben beteiligt. Ein Mangel
führt zu Gesundheitsstörungen.
Fettlösliche Vitamine
Fettlöslich sind die Vitamine A, D, E und K.
Wirksubstanz des Vitamin A ist das Retinol, das auch aus seiner Vorstufe,
dem beta-Carotin, gebildet werden kann. Vitamin A ist u. a. von Bedeutung
für den Sehvorgang und für intakte Schleimhautfunktionen als erste
Abwehrbarriere im Immunsystem.
Wirksubstanz des Vitamin D ist das Calciferol. Neben der Aufnahme von Vitamin D
über die Nahrung, kann der Organismus auch über die eigene Vitamin-D-Bildung
aus den UV-Strahlen des Sonnenlichtes in der Haut versorgt werden. Vitamin D ist
u. a. am Knochenstoffwechsel beteiligt.
Wirksubstanzen des Vitamin E sind Verbindungen aus der Reihe der Tocopherole.
Vitamin E weist antioxidative Eigenschaften auf, die im Hinblick auf Krebs- und
koronare Herzerkrankungen positiv diskutiert werden.
Wirksubstanzen des Vitamin K sind verschiedene Phyllochinone, die an der
Blutgerinnung beteiligt sind.
Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die wünschenswerte Zufuhr von
fettlöslichen Vitaminen. Vitamin A und D sind Nährstoffempfehlungen, Vitamin E
und K hingegen basieren auf Schätzwerten.
| Alter |
Vitamin A
mg RÄ |
Vitamin D
µg |
Vitamin E
mg TÄ |
Vitamin K
µg |
| m |
w |
m/w |
m |
w |
m |
w |
| 19-24 |
1,0 |
0,8 |
5 |
15 |
12 |
70 |
60 |
| 25-50 |
1,0 |
0,8 |
5 |
14 |
12 |
70 |
60 |
| 51-64 |
1,0 |
0,8 |
5 |
13 |
12 |
80 |
65 |
| 65 und älter |
1,0 |
0,8 |
10 |
12 |
11 |
80 |
65 |
Quelle: DGE: Referenzwerte für die
Nährstoffzufuhr, 2000
Wasserlösliche Vitamine
Zu den wasserlöslichen Vitaminen gehören die B-Vitamine und Vitamin C.
Vitamin B1 (Thiamin) ist ein wichtiges Coenzym im Kohlenhydratstoffwechsel und
spielt bei der Erregungsleitung im Nervensystem eine Rolle. Reich an
Vitamin B1 sind u. a. Vollkornprodukte, Schweinefleisch, Innereien,
Weizenkeime, Hülsenfrüchte.
Vitamin B2 (Riboflavin) ist für den Energiestoffwechsel beim Abbau von
Kohlenhydraten, Fetten und Aminosäuren sowie für Schleimhautfunktionen von
Bedeutung. Reich an Vitamin B2 sind u. a. Milch und Milchprodukte,
grünes Blattgemüse, Fisch, Innereien.
Vitamin B6 (Pyridoxin) ist als Coenzym am Eiweißstoffwechsel und an der
Blutbildung beteiligt. Reich an Vitamin B6 sind u. a.
Vollkornprodukte, Gemüse, Leber, Kartoffeln, Bananen.
Vitamin B12 (Cobalamin) ist für die Blutbildung im Knochenmark verantwortlich
und findet sich u. a. reichlich in Leber, Fisch , Fleisch, Eier, Milch,
Käse.
Folsäure ist an verschiedenen Prozessen der Zellteilung und somit an der
Zellneubildung beteiligt. Gute Lieferanten für Folsäure sind u. a.
Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Sojabohnen, Vollkornprodukte, Weizenkeime.
Niacin ist am Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Fettsäuren und Aminosäuren
beteiligt. Gute Niacinlieferanten sind u. a. mageres Fleisch, Innereien,
Fisch, Milch, Eier.
Pantothensäure spielt als Coenzym eine zentrale Bedeutung im Stoffwechsel.
Leber, Eigelb, Erbsen und Blumenkohl weisen hohe Gehalte an Pantothensäure auf.
Biotin ist als Coenzym an verschiedenen Prozessen im Aminosäure- und
Fettstoffwechsel beteiligt. Biotin ist u. a. enthalten in Sojabohnen,
Nüssen, Haferflocken, Leber, Eigelb.
Vitamin C, die sog. Ascorbinsäure, gehört zu den Vitaminen mit antioxidativen
Eigenschaften. Sie ist an Funktionen des Immunsystems beteiligt, verbessert die
Infektanfälligkeit, erhöht die Aufnahme des Mineralstoffs Eisen und ist an
Entgiftungsreaktionen beteiligt. Vitamin C reiche Lebensmittel sind
u. a. Zitrusfrüchte, schwarze Johannisbeeren, Kiwi, Paprika,
Sanddornbeeren(saft), Kartoffeln.
Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die wünschenswerte Zufuhr von
wasserlöslichen Vitaminen. Für Pantothensäure und Biotin wurden Schätzwerte
ausgesprochen, die anderen angegebenen wasserlöslichen Vitamine sind
Zufuhrempfehlungen.
| Alter |
Thia-
min
(B1)
mg |
Ribo-
flavin
(B2)
mg |
Pyri-
doxin
(B6)
mg |
Cobal-
amin
(B12)
µg |
Fol-
säure
µg FÄ |
Niacin
mg NÄ |
Panto-
then-
säure
mg |
Biotin
µg
|
Vitamin C
mg
|
| m |
w |
m |
w |
m |
w |
m / w |
/ w |
m |
w |
m / w |
m / w |
m / w |
| 19-24 |
1,3 |
1,0 |
1,5 |
1,2 |
1,5 |
1,2 |
3,0 |
400 |
17 |
13 |
6 |
30-60 |
100 |
| 25-50 |
1,2 |
1,0 |
1,4 |
1,2 |
1,5 |
1,2 |
3,0 |
400 |
16 |
13 |
6 |
30-60 |
100 |
| 51-64 |
1,1 |
1,0 |
1,3 |
1,2 |
1,5 |
1,2 |
3,0 |
400 |
15 |
13 |
6 |
30-60 |
100 |
| 65 und älter |
1,0 |
1,0 |
1,2 |
1,2 |
1,4 |
1,2 |
3,0 |
400 |
13 |
13 |
6 |
30-60 |
100 |
Quelle: DGE: Referenzwerte für die
Nährstoffzufuhr, 2000
Mineralstoffe
Mineralstoffe sind lebenswichtige Verbindungen,
die bestimmte Bau- und Stoffwechselfunktionen regulieren. Mineralstoffe sind
insbesondere für die Zellregulation, den Knochenaufbau, den Energiestoffwechsel
und für die Konstanthaltung des Wasserhaushalts von Bedeutung.
Calcium ist der Baustein für Knochen und Zähne. Zudem reguliert Calcium auch
bestimmte Mechanismen, wie beispielsweise die der Blutgerinnung, der
Erregungsleitung in Nerven- und Muskelfasern und enzymatische Vorgänge.
Calciumreich sind insbesondere Milch und Milchprodukte, aber auch einige
Gemüsesorten, wie Grünkohl, Fenchel, Brokkoli, Lauch sowie einige
Mineralwässer (> 150 mg Calcium /Liter) weisen hohe Calciumgehalte auf.
Magnesium aktiviert Enzyme des Energiestoffwechsels und ist an der
Reizübertragung an Nervenendigungen und an Muskelkontraktionen beteiligt. Gute
Magnesiumlieferanten sind u. a. Milch und Milchprodukte, Vollkornprodukte,
Fisch, Geflügelfleisch, Beeren, Bananen.
Phospor ist - wie Calcium auch - ein Bestandteil der Knochensubstanz und an
zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Phosphat ist u. a. in Milch
und Milchprodukten sowie Fleischprodukten enthalten.
Eisen ist Bestandteil der roten Blutkörperchen und kann im Mangel die
körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Gute Eisenlieferanten sind
u. a. Fleisch und Wurstwaren, Gemüse und Vollkornprodukte.
Jod ist Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Für eine ausreichende
Jodversorung sollten mindestens zwei Portionen Seefisch pro Woche verzehrt
werden. Zudem sollte ausschließlich jodiertes Speisesalz in der täglichen
Küche verwendet werden. Auch die mit Jodsalz gewürzten Lebensmittel sollten
gegenüber denen, die mit üblichem Salz gewürzt wurden, bevorzugt verzehrt
werden.
Zink ist am Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fettsäuren sowie an
Immunfunktionen beteiligt. Zinkreiche Lebensmittel sind u.a. Rindfleisch,
Schweinefleisch, Milch und Milchprodukte, Eier und Vollkornprodukte.
Selen ist Bestandteil verschiedener Enzyme und ist u. a. an dem Stoffwechsel der
Schilddrüsenhormone beteiligt. Selen findet sich v. a. in Eiern, Fleisch und
Fleischprodukten, Fisch, Spargel.
Chrom ist am Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt; eine Verbesserung der
Glucosetoleranz wird noch diskutiert. Enthalten ist Chrom u. a. in Fleisch
und Fleischprodukten, Eiern, Haferflocken.
Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die wünschenswerte Zufuhr von
Mineralstoffen. Für Selen und Chrom wurden Schätzwerte angegeben, die anderen
aufgeführten Nährstoffe sind Zufuhrempfehlungen.
| Alter |
Calcium
mg |
Magnesium
mg |
Phosphor
mg |
Eisen
mg |
Jod
µg |
Zink
mg |
Selen
µg |
Chrom
µg |
| m / w |
m |
w |
m / w |
m |
w |
m / w |
m |
w |
m / w |
m / w |
| 19-24 |
1000 |
400 |
310 |
700 |
10 |
15 |
200 |
10 |
7 |
30-70 |
30-100 |
| 25-50 |
1000 |
350 |
300 |
700 |
10 |
15 |
200 |
10 |
7 |
30-70 |
30-100 |
| 51-64 |
1000 |
350 |
300 |
700 |
10 |
10 |
180 |
10 |
7 |
30-70 |
30-100 |
| 65 und älter |
1000 |
350 |
300 |
700 |
10 |
10 |
180 |
10 |
7 |
30-70 |
30-100 |
Quelle: DGE: Referenzwerte für die
Nährstoffzufuhr, 2000
Ballaststoffe
Ballaststoffe sind Faser- und
Gerüstssubstanzen, die nur in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen und von den
Enzymen des menschlichen Verdauungssystems nicht abgebaut werden können. Zu
diesen Stoffen gehören die pflanzlichen Bestandteile Zellulose, Hemizellulose,
Pektin und Lignin. Abgesehen von Lignin handelt es sich bei den Ballaststoffen
um unverdauliche Kohlenhydrate. Die resistente Stärke (z. B. Kartoffel),
die nicht durch das Verdauungsenzym Amylase gespalten werden kann, wird
ebenfalls dazu gezählt.
Ballaststoffe sind sehr wichtig für eine gesunde Darmtätigkeit; u.a. auf Grund
ihres hohen Quellungsvermögen. So enthalten beispielsweise 100 g
Weizenkleie 45,4 g Ballaststoffe und können bis zu 500 ml Wasser
binden, wodurch das Stuhlvolumen erhöht wird. Der auf die Darmwand ausgeübte
Druck regt die Darmtätigkeit an und regelt die Verdauung. Um richtig wirken zu
können, benötigen Ballaststoffe also viel Flüssigkeit!
Einige Ballaststoffe, wie zum Beispiel aus Kleie, Hafer, Gerste und
Hülsenfrüchten sowie das Pektin aus dem Apfel, haben die Fähigkeit, freie
Gallensäuren zu binden und vermehrt mit dem Stuhl auszuscheiden. Da
Gallensäuren aus Cholesterin gebildet werden, wirkt sich eine ausreichende
Ballaststoffaufnahme günstig auf den Cholesterinspiegel aus.
Unter anderem sind es auch die Ballaststoffe, die für eine gesunde Darmflora
des Menschen sorgen. Durch deren Abbauprodukte wird im Darminneren ein saures
Milieu geschaffen. In dieser Umgebung gedeihen die Bakterienarten besonders gut,
die für das körpereigene Immun- und Abwehrsystem von Bedeutung sind.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Ballaststoffe während ihrer Passage im Darm
Substanzen bilden, die eine Schutzwirkung gegenüber bestimmten Krebsarten
zeigen. Eine ballaststoffreiche (und zudem fettarme und vitaminreiche)
Ernährung wirkt sich auch positiv auf die Entstehung von
Herz-Kreislauferkrankungen aus.
Die Umstellung auf eine ballaststoffreiche
Ernährung sollte langsam erfolgen. Zu Beginn, also in der Umstellungsphase,
können noch Beschwerden auftreten, wie zum Beispiel Völlegefühl oder
Blähungen. Diese verschwinden jedoch meist nach etwa einer Woche.
Ballaststoffe sind reichlich enthalten in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten,
Obst, Gemüse, Kartoffeln und Müsli. Als Richtwert werden 30 g
Ballaststoffe pro Tag, bzw. 12,5 g Ballaststoffe pro 1000 kcal für
Frauen und 10 g pro 1000 kcal für Männer. Die Hälfte sollte über
Getreideprodukte, der Rest über eine abwechslungsreiche Obst- und Gemüsezufuhr
gedeckt werden.
Flüssigkeit
Neben einer bedarfsgerechten Versorgung mit den
bisher genannten Nährstoffen, ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
ebenfalls von großer Bedeutung für die körperliche und geistige
Leistungsfähigkeit. Der tägliche Wasserverlust muss sowohl über die
Flüssigkeit der Nahrung als auch über Getränke ersetzt werden. Bereits
geringe Verluste können zur Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit
führen, eine längeranhaltende unzureichende Flüssigkeitszufuhr führt zur
Austrocknung des Körpers. Ist der Organismus nicht mehr in der Lage
harnpflichtige Substanzen auszuscheiden, kommt es zu einer Verminderung des
Plasmavolumens, zur Bluteindickung, und schließlich zu Kreislaufversagen.
Die Richtwerte der DGE für die Höhe der Gesamtzufuhr von Wasser liegen beim
Erwachsenen bei etwa 1 Milliliter pro Kilokalorie der Energiezufuhr. Da etwa die
Hälfte der Gesamtflüssigkeitsaufnahme bereits über feste Nahrung aufgenommen
wird, sollte die Flüssigkeitszufuhr in Form von Getränken etwa 1,5 Liter
pro Tag betragen. Geeignete Getränke sind Mineralwässer, Obstsaftschorlen
(Apfelsaftschorle), Gemüsesäfte, Kräuter- und Früchtetees, welche auch
gekühlt besonders gut schmecken. Koffein- und alkoholhaltige Getränke weisen
eine harntreibende, sog. diuretische Wirkung auf, d.h., dass diese Getränke
sowohl die Flüssigkeit- als auch Mineralstoffbilanz negativ beeinflussen
können und daher auch nur in Maßen genossen werden sollten.
Was soll ich täglich essen und trinken?
reichlich:
|
Getreideprodukte und Kartoffeln
vorrangig ballaststoffreiche
Getreideprodukte (Vollkornerzeugnisse):
Vollkornbrot, Vollkornreis, Hirse, Teigwaren,Müsli, Getreideflocken,
Amaranth, Quinoa
Kartoffeln, möglichst in der Schale garen |

5-7 Scheiben Brot (200g-350g Brot oder
Getreideflocken) und 1 Portion Teigwaren/Reis (roh 75g-90g) oder
1 Portion Kartoffeln (250g-300g)
|
|
Gemüse, Hülsenfrüchte, Salat
Gemüse sowohl roh als auch gegart;
schonend garen, möglichst das Kochwasser mitverwenden (Soße)
Bei Verzicht auf Fleisch sind Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen)
sowie Sojaprodukte (Tofu) gute Eiweißquellen
|

200g gegartes Gemüse
und 100g rohes Gemüse und
1 Portion Salat (75g)
|
|
Obst
abwechslungsreich und
jahreszeitengemäß
|
 
2 Portionen (250g-300g)
|
|
Getränke
Wasser, calciumreiche Mineralwässer,
Kräuter- und Früchtetees, Saftschorlen, calciumangereicherte
Fruchtsäfte, in Maßen Bohnenkaffee, schwarzen Tee
und koffeinhaltige Erfrischungsgetränke
|

täglich mindestens 1,5l
|
zusätzlich:
|
Milch, Milchprodukte, Käse, Eier
fettarme Produkte auswählen
Milch, Joghurt mit 1,5% Fett, Buttermilch, Magerquark,
calciumreiche Käsesorten bevorzugen z. B. Emmentaler), sonstige
Käsesorten: Fettgehalte unter 30 % Fett i. Tr.
Saure Sahne oder fettarmer Joghurt statt Schmand oder Crème fraîche
|
maximal 3 Eier pro Woche
 
täglich ¼ l Milch/Buttermilch und 3
Scheiben Käse (à 30g)
|
|
Fisch
jodreiche Sorten sind: Schellfisch,
Seelachs, Kabeljau, Rotbarsch,
reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind Thunfisch, Hering,
Makrele, Lachs
|

1-2 Portionen Fisch pro Woche (à 150g)
|
|
Fleisch und Wurstwaren
magere Sorten auswählen (Filet,
Hähnchenbrust)
nicht panieren, sondern fettarm zubereiten (grillen, dünsten, im
Bratschlauch, Tontopf)
fettarme Wurstsorten: Corned Beef, Geflügelwurst, Sülzen/Aspik,
roher/gekochter Schinken ohne Fettrand
|
höchstens 1-2 mal pro Woche 1 Portion
Fleisch (ca. 150g) und

2-3 mal pro Woche Wurst (max. 50g)
|
|
Fette und Öle
Öle reich an einfach ungesättigten
Fettsäuren: Olivenöl, Rapsöl, Haselnussöl
Öle reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren: Distelöl, Leinöl,
Sonnenblumenöl, Maiskeimöl
|

täglich höchstens 40g Streich- und
Kochfett (ca. 2 EL Butter/Margarine und 2 EL Öl)
|
Folgendes sollte ebenfalls beachtet werden:
|
Alkohol
0,3 l Bier enthalten ca. 12g Alkohol
¼ l Wein enthalten ca. 27,5g Alkohol
|
höchstens 10g (Frauen) bzw.
20g Alkohol (Männer) pro Tag
|
|
Süßigkeiten/Knabberartikel
Süßigkeiten enthalten meistens viel
Fett und Zuckerbzw. Salz
|

1 Tafel Schokolade enthält bereits
31,5g Fett, 100g Chips haben bereits 39,5g Fett.
|
Literatur
 | Biesalski, H.K. et al. [Hrsg.]:
Ernährungsmedizin. 2., überarb. und erw. Aufl. -Thieme Verlag Stuttgart
1999
 | Biesalski, H.K.; Grimm, P.: Taschenatlas der
Ernährung. Thieme Verlag Stuttgart,1999
 | Kluthe, R.: Ernährungsmedizin in der
Praxis. Aktuelles Handbuch zur Prophylaxe und Therapie
ernährungsabhängiger Erkrankungen. Losebl.-Ausg.; Spitta Verlag Balingen,
Stand 02/2000
 | Bundesverband der Deutschen
Erfrischungsgetränke-Industrie e.V. (BDE): Spektrum Trinken 1/2000
 | Bundesverband der Deutschen
Erfrischungsgetränke-Industrie e.V. (BDE): Spektrum Trinken 2/1998
 | Kasper, H.: Ernährungsmedizin und
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1996
 | Hauber-Schwenk, G.; Schwenk, M.: dtv-Atlas
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 | Gaßmann, B.: Protein und Aminosäuren.
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 | DGE: Referenzwerte für die
Nährstoffzufuhr. Umschau / Braus GmbH, Verlagsgesellschaft (2000)
 | Richtig Essen-Planer für eine fettgesunde
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