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HAUSTIERE

Haustiere erhöhen Infektionsrisiko
Haustiere erhöhen das Infektionsrisiko
Mit der Haltung von Haustieren geht häufig ein erhöhtes Infektionsrisiko
unterschiedlichster Krankheiten einher, warnt Professor Volker Schuster von der
Klinik für Kinder und Jugendliche am Universitätsklinikum Leipzig im Gespräch
mit der Nachrichtenagentur „dpad“. Die Infektionsgefahr werde von vielen
Tierhaltern unterschätzt, so der Experte weiter.
Die durch Haustiere verursachten Infektionen können erhebliche Beeinträchtigungen
für die Gesundheit mit sich bringen, erklärte der Leipziger Mediziner. So habe
sich zum Beispiel „etwa jedes zehnte Kind, bei dem sich Salmonellen im Blut
tummeln, die Krankheitserreger durch Kontakte mit Haustieren eingefangen“,
betonte Schuster. Als Überträger gefährlicher Infektionskrankheiten kommen
dabei laut Aussage des Experten nicht nur gewöhnliche Haustiere wie Katzen,
Hunde oder Meerschweinchen in Betracht, sondern auch exotische Tiere wie
Schlangen, Schildkröten und Leguane.
Salmonelleninfektionen durch Haustiere
Dem Professor des Universitätsklinikums Leipzig zufolge erhöht die
Haustierhaltung zum Beispiel das Risiko einer Salmonellen-Infektion. Durch den
Kontakt mit Hunden, Katzen aber auch Schildkröten, Schlangen und Leguanen können
die Erreger relativ leicht übertragen werden und schwerwiegende gesundheitliche
Beeinträchtigungen hervorrufen, erklärte der Experte. Beim Streicheln der
Tiere gelangen die Erreger auf die Hände und von dort aus zum Beispiel über
den Kontakt mit Lebensmitteln in den Mund. Daher sei nach dem Kontakt mit den
Tieren in jedem Fall gründliches Händewaschen angebracht, warnte Professor
Schuster. Bei Schlangen und Leguanen gelte dies genauso wie bei Hunden oder
Katzen, da schon die Berührung mit der Haut der Tiere zu einer
Salmonelleninfektion (Salmonellose) führen könne. Die Folgen stellen vor allem
für Kinder und ohnehin geschwächte Personen ein erhebliches gesundheitliches
Risiko dar. Zu den typischen Symptomen zählen Fieber,
krampfartige Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit
und Erbrechen zählen. Die Infektion kann im schlimmsten Fall jedoch
durchaus tödlich verlaufen, wie die vom Robert-Koch-Institut gemeldeten rund 30
Todesfälle in Deutschland pro Jahr verdeutlichen. Angesichts des bestehenden
Risikos sollte Tierhalter sich daher „natürlich fragen, ob man Schlangen oder
Leguane wirklich in einer Wohnung halten sollte, in der auch kleine Kinder
spielen“, erklärte Professor Schuster.
Hygieneregeln reduzieren das Infektionsrisiko
Zum Schutz vor einer Salmonelleninfektion könnte laut Aussage des Experten die
Einhaltung einiger einfacher Hygieneregeln beitragen, „die aber nicht immer
beachtet werden.“ So mahnte der Leipziger Mediziner zum Beispiel zum regelmäßigen
Händewaschen, „zumindest vor dem Essen und nach dem Toilettenbesuch.“ Bei
Kindern seien die Eltern verstärkt dazu aufgefordert, auf die Einhaltung der
Hygiene zu achten, so der Experte weiter. In rund zehnt Prozent der Fälle, bei
denen Salmonellen im Blut der Kinder nachgewiesen werden, seien die
Krankheitserreger durch Kontakte mit Haustieren übertragen worden, und „die
Salmonellen lassen sich manchmal auch noch nach Monaten im Stuhl der Kinder
nachweisen“, betonte Professor Schuster im Gespräch mit der
Nachrichtenagentur „dapd“. Das durch Haustiere erhöhte Infektionsrisiko
gilt den Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge für rund 15
Millionen der insgesamt 40 Millionen Haushalte in Deutschland. So leben laut GfK
in knapp acht Millionen Haushalten Katzen und in fünf Millionen Haushalten
Hunde. Darüber hinaus zählen den GfK-Angaben zufolge Vögel (zum Beispiel
Wellensittiche) und Nagetiere wie Meerschweinchen und Hamster zu den besonders
beliebten Haustieren.
Papageienkrankheit und Affenpocken
Wellensittiche können laut Professor Schuster mit der Papageienkrankheit
infiziert sein, welche ebenfalls auf den Menschen übertragbar ist und
erhebliche gesundheitliche Beschwerden mit sich bringt. Die durch sogenannte
Chlamydien verursachte Infektionskrankheit
äußert sich beim Menschen als schwere Lungenentzündung und kann ohne
medizinische Behandlung durchaus tödlich enden, erklärte Schuster. Auch die
Haltung von Ratten kann laut Aussage des Leipziger Mediziners unter Umständen
ein erhöhtes Infektionsrisiko bedingen, da diese die sogenannten Affenpocken
auf Menschen übertragen können. Eine Infektion mit Affenpocken ähnelt in
ihrem Krankheitsverlauf einer Infektion mit menschlichen Pockenviren, welche
seit den 1970er Jahren als ausgerottet gelten. Doch „Affenpocken nehmen bei
Menschen in der Regel zum Glück einen leichteren Verlauf“ als eine Infektion
mit den humanen Pockenviren, erklärte der Leipziger Mediziner. Insgesamt sei
das Gesundheitsrisiko durch von Haustieren übertragene Infektionen jedoch nicht
zu unterschätzen und die Tierhalter sollten sich dieses Risikos stets bewusst
sein, mahnte der Experte.
Reduziertes Allergierisiko durch Haustiere
Dem erhöhten Infektionsrisiko durch die Haltung von Haustieren steht jedoch
eine verminderte Anfälligkeit für Allergien gegenüber, so das Ergebnis einer
Anfang Juni im Fachmagazin „Clinical & Experimental Allergy“ veröffentlichte
Studie von Wissenschaftlern des Detroiter Henry Ford Hospital. Ganesa Wegienka
und Kollegen stellten in ihren Untersuchungen fest, dass das Allergierisiko von
Heranwachsenden vor allem in den ersten Lebensjahren bestimmt wird und der
Kontakt zu Haustieren hier nicht wie bisher angenommen ein erhöhtes
Allergierisiko bedingt, sondern dies tendenziell eher reduziert. Den
US-Forschern zufolge unterliegen zum Beispiel Heranwachsende, die im ersten
Lebensjahr engen Kontakt mit Katzen haben, einem um rund 50 Prozent verringerten
Allergierisiko in Bezug auf Katzenhaare. Zwar konnte dieser positive
Zusammenhang nicht bei allen Tieren gleichermaßen bestätigt werden, doch als
Tendenz lässt sich für die Heranwachsenden ein vermindertes Allergierisiko bei
Kontakt mit Haustieren festhalten, erklärten Wegienka und Kollegen.
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