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Haut und Ernährung Allgemeines Die Haut ist mit einer Oberfläche von 1,5 bis zwei Quadratmetern das größte eigenständige Organ des Menschen. Sie besitzt neben den Nieren und der Lunge eine entscheidende Funktion im Wasser und Elektrolythaushalt. Über die Haut wird täglich etwa ein halber Liter Wasser ausgeschieden. Bei körperlicher Anstrengung und Schwitzen wird die verdunstete Menge noch größer. Damit die Haut ihre vielfältigen Funktionen richtig wahrnehmen kann, ist sie auf eine ausgewogene Nährstoffzufuhr angewiesen. Eine Fehl- oder Mangelernährung ebenso wie Diäten mit einer einseitigen Aufnahme bestimmter Lebensmittel bzw. Nahrungsergänzungsstoffe können die Hautfunktion negativ beeinflussen oder sogar Ursache für Hauterkrankungen sein. Allergische Reaktionen, die im Zusammenhang mit dem Verzehr von Lebensmitteln stehen, drücken sich ebenfalls oft in Hautsymptomen aus. Einfluß verschiedener Nährstoffe auf die Haut Der Flüssigkeitshaushalt des Menschen beeinflußt auch den Stoffwechsel der Haut. Normalerweise gibt der Organismus etwa 2,4 Liter Wasser pro Tag nach außen ab. Die Abgabe erfolgt über den Urin (1,3 Liter/ Tag), den Stuhlgang (0,15 Liter/ Tag), die Lunge (0,45 Liter/ Tag) und über die Haut (0,5 Liter/ Tag). Bei Erkrankungen wie Fieber und Durchfall oder bei körperlichen Anstrengungen liegt die Flüssigkeitsabgabe noch höher. Gesunde Erwachsene sollten täglich mindestens 1,3 Liter Wasser in Form von Getränken zu sich nehmen, die restliche Menge ist normalerweise in der Nahrung enthalten. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie beispielsweise Linolsäure, sind für den Körper essentiell. Essentiell bedeutet, dass der Organismus einen Stoff nicht selbst aus Vorläuferprodukten herstellen kann. Man unterscheidet nach der chemischen Struktur:
Für die Haut ist Linolsäure von großer Bedeutung. Bei einem Mangel kann es zu einer geröteten, rauhen und schuppigen Haut kommen. Einen hohen Gehalt an Linolsäure haben beispielsweise Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Sojaöl und Distelöl. Vitamin A hat große Bedeutung
für die Funktion von Haut und Schleimhäuten. Betacarotin, die wichtigste
Vorläufersubstanz von Vitamin A, kommt in vielen Pflanzen vor. Sie bietet der
Haut einen Schutz vor UV-Strahlen. In unseren Breiten gibt es nur sehr selten
einen ernährungsbedingten Mangel. Eine Unterversorgung mit Vitamin A äußert
sich in einer Austrocknung der Bindehaut, einer gestörten Verhornung der Haut,
einer übermäßig trockenen und schuppigen Haut sowie unter Umständen einer
fehlenden Talg- und Schweißdrüsenfunktion. Vitamin B2: Ein
Mangel an Vitamin B2 (Riboflavin) kann zu aufgesprungenen Lippen und
Mundwinkeln, zu trockener und schuppiger Haut, zu fleckigen Rötungen und zu
einer vermehrten Talgabsonderung im Gesichtsbereich führen. Die tägliche
Zufuhr sollte bei Männern 1,7 Milligramm (mg) und bei Frauen 1,5mg
betragen. Vitamin B6:
Ein Mangel an Vitamin B6 (Pyridoxin) äußert sich in Entzündungen von Haut und
Schleimhäuten, vor allem im Nasen-Augen- und Mundbereich. Vitamin B6 hat eine
wichtige Aufgabe im Eiweißstoffwechsel, so dass der Vitamin B6- Bedarf auch von
der zugeführten Eiweißmenge abhängt. Die Zufuhrempfehlung der DGE beträgt
bei Frauen 1,6mg und bei Männern 1,8mg pro Tag. Vitamin B12: Eine
Unterversorgung mit Vitamin B12 äußert sich durch entzündliche Hautstellen,
vor allem im Gesichtsbereich, eine gesteigerte Talgabsonderung, sehr schuppige
Haut, Schleimhautentzündungen und erweiterte rote Äderchen. Für Erwachsene
wird eine Zufuhr von 3 Mikrogramm pro Tag empfohlen. Eine Unterversorgung mit
Vitamin C beeinträchtigt die Wundheilung. Außerdem treten bei einem Vitamin C-
Mangel verstärkt Schleimhautentzündungen auf. Für Erwachsene wird eine Zufuhr
von 75 Milligramm pro Tag empfohlen. Verschiedene Hauterkrankungen
werden mit einem Mangel an Vitamin E in Zusammenhang gebracht. Eine
Unterversorgung kann zu Veränderungen im Bindegewebe führen. Vitamin E wirkt
im Organismus als Antioxidans. Besonders reich an Vitamin E sind Weizenkeimöl,
Sonnenblumenöl, Leinsamen, Schwarzwurzeln und Himbeeren. Ein Mangel an Biotin führt zu
einer sehr trockenen und schuppigen Haut, einer gestörten Funktion der Talg-
und Schweißdrüsen, einer blassen oder grau-fahlen Haut und brüchigen
Fingernägeln. Für Erwachsene schätzt die DGE den benötigten Bedarf auf 30
bis 100 Mikrogramm pro Tag. Ein Biotinmangel kommt bei der heutigen Ernährung
sehr selten vor. Nur wer größere Mengen roher Eier ißt, kann
Mangelerscheinungen entwickeln. Ursache dafür ist das im Eiklar vorkommende
Avidin, das Biotin bindet und so verhindert, dass das Vitamin vom Körper
aufgenommen wird. Eine Unterversorgung mit Niacin
kann zu fleckigen Rötungen der Haut, Hautrissen, rauher Haut und zu starken
Verhornungen führen. Frauen sollten 15mg Niacin-Äquivalente und Männer 18 mg
Niacin-Äquivalente pro Tag zu sich nehmen. Pantothensäuremangel führt zu
ähnlichen Symptomen wie Niacinmangel. Auch hier kann man fleckige Rötungen der
Haut, Hautrisse und eine rauhe Haut beobachten. Zusätzlich treten vereinzelt
Hautentzündungen auf. Die DGE nennt als Schätzwert für eine angemessene
Zufuhr bei männlichen und weiblichen Erwachsenen 6mg Pantothensäure pro Tag.
In geringen Mengen kommt Pantothensäure in annähernd allen Lebensmitteln vor. Zink: Ein
Mangel an Zink führt zu Hautentzündungen, die in Hautrötungen übergehen
können. Außerdem kann eine Unterversorgung mit Zink zu brüchigen
Fingernägeln und einer gestörten Wundheilung führen. Die wünschenswerte
Zufuhr beträgt für Männer 15mg/Tag und für Frauen 12mg/Tag. Eisen, Kupfer und Selen: Eine
Unterversorgung mit diesen Nährstoffen führt zu einer rauhen Haut, Rissen in
den Mundwinkeln, Rötungen und Schwellungen der Haut mit Blasenbildung und
Juckreiz. Hauterkrankungen und Ernährung Ob für Akneerkrankungen
bestimmte Lebensmittel verantwortlich sind, wird in der Literatur
widersprüchlich beurteilt. In einer Studie mit Schülern gaben 42 Prozent an,
dass aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen bestimmte Lebensmittel die Akne
begünstigten. An erster Stelle wurden Fett und Schokolade genannt. In einer
anderen Untersuchung, an der 65 Patienten mit Akne teilnahmen, konnte nach dem
Verzehr großer Mengen Schokolade weder eine Verschlechterung der Akne noch eine
Änderung in der Zusammensetzung des Hauttalgs festgestellt werden. Im
Einzelfall kann durch Eigenbeobachtung und Weglassen bestimmter Lebensmittel der
Verlauf der Akne gebessert werden. Günstig hat sich bei Aknepatienten eine
Ernährung ausgewirkt, die im Fettanteil auf 25 bis 30 Prozent der Gesamtenergie
beschränkt ist und die viele Ballaststoffe enthält. Möglicherweise kann Zink
die Talgproduktion hemmen. Bei Aknepatienten empfiehlt es sich daher, den
Zinkstatus zu überprüfen und einen evtl. vorhandenen Mangel auszugleichen. Bei einer Cellulitis handelt es sich um Veränderungen der Haut, die sich in Unregelmäßigkeiten der Hautoberfläche ausdrücken. Ursache ist eine unzureichende Entsorgung von Stoffwechselprodukten, die sich in den Fettzellen der Haut ansammeln und so zu den Unebenheiten führen. Wer von einer Cellulitis betroffen ist, sollte besonders darauf achten genügend zu trinken. Statt der normalerweise empfohlenen Zufuhr von mindestens 1,3 Litern pro Tag sind durchaus zwei bis drei Liter pro Tag ratsam. Gleichzeitig sollten allzu hohe Mengen Kochsalz vermieden werden, da Salz die Ausscheidung von Gewebewasser hemmt und Flüssigkeit im Körper festhält. Die Speisen sollten daher nur wenig gesalzen werden. Zur Geschmacksabrundung empfehlen sich Kräuter und Gewürze. Daneben ist es wichtig, die Fettaufnahme insgesamt einzuschränken und bevorzugt pflanzliche Fette mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu verzehren. Die gesamte Fettaufnahme sollte 60 Gramm pro Tag nicht überschreiten. Für Neurodermitis gibt es
keine spezielle, generell wirksame Diät . Patienten mit Neurodermitis sollten
eine ausgewogene Kost mit einem bedarfsgerechtem Energie- und Nährstoffgehalt
zu sich zu nehmen. Sowohl Über- als auch Unterernährung sind zu vermeiden.
Lebensmittel, die nach dem persönlichen Empfinden das Ekzem verschlechtern,
sollten weggelassen werden. Bei Schuppenflechte kommt es zu einer gesteigerten Zellteilung der obersten Hautschicht mit starker Schuppenbildung. Eine spezielle Diät für Patienten mit Schuppenflechte konnte bisher nicht gefunden werden. Anhand von Erfahrungswerten wird aber empfohlen, das Körpergewicht und die Blutfettwerte zu normalisieren. Der Fettanteil der täglichen Energiezufuhr sollte 25 Prozent nicht übersteigen. Dabei sollten vermehrt ungesättigte Fettsäuren aus der Familie der Linolensäure aufgenommen werden. Diese finden sich vor allem in Fischen wie Lachs, Makrele, Sardine oder Thunfisch. Ein hoher Fleischkonsum sollte vermieden werden. Eine Sonnenallergie kann auftreten, wenn die Haut überempfindlich ist oder einer übermäßigen Sonnenbestrahlung ausgesetzt wird. Die rötlichen und zum Teil juckenden Hautausschläge treten häufig nach dem ersten intensiven Sonnenkontakt im Frühjahr oder aber erst im Sommer auf. Bei längerer Lichtbelastung der Haut klingen die Symptome meistens wieder ab, da die zunehmende Bräunung und Verdickung der Haut einen Schutz bietet. Die Sonnenallergie tritt vor allem im Gesicht, am Hals und am Dekolleté auf. Ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen, insbesondere Frauen und junge Erwachsene. Als Prophylaxe wird eine allmähliche Sonnengewöhnung unter angemessenem Sonnenschutz empfohlen. Zusätzlich können Calcium-Tabletten eingenommen werden. Als Vorbereitung auf die starke Sonneneinwirkung in einem Urlaub empfiehlt es sich, zwei bis drei Wochen vorher 500mg Calcium pro Tag einzunehmen. Ist bereits eine Sonnenallergie aufgetreten, können 1000mg pro Tag in Form eines Fertigpräparates ergänzt werden. Eventuell kann man diese erhöhte Calciumaufnahme auch über die Ernährung erreichen. Dies gelingt am besten mit Milchprodukten: Milch und Käse enthalten durchschnittlich 120mg Calcium pro 100g Lebensmittel. Einige Nahrungsmittelallergien
werden durch nickelhaltige Lebensmittel ausgelöst. Therapieunterstützend wirkt
hier eine nickelarme Diät, bei der besonders nickelreiche Nahrungsmittel
gemieden werden. Zu den nickelreichen Lebensmitteln zählen beispielsweise
Hülsenfrüchte, Mandeln, Haselnüsse, Erdnüsse, Sonnenblumenkerne, Backpulver,
Lakritze, Schokolade und Kakao, Ananas, Himbeeren, Edamerkäse, Innereien,
Heringe, Fischkonserven und Muscheln. Durch die weite Verbreitung von Nickel in
Lebensmitteln ist eine dauerhafte, konsequent nickelarme Diät schwer zu
realisieren. Literaturangaben
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