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Nahrungsergänzungsmittel
Allgemeines
Einleitung
Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel boomt.
Und auch in den nächsten Jahren wird noch mit einer zunehmenden Nachfrage nach
diesen Produkten gerechnet.
Häufig möchte der Verbraucher mit Nahrungsergänzungsmitteln eventuellen
Gesundheitsschäden vorbeugen, die z.B. durch Rauchen, ungesundes
Ernährungsverhalten oder Bewegungsmangel entstehen können. Die Möglichkeit,
eine Änderung des Ernährungsverhaltens vorzunehmen ist oftmals auf Grund der
Lebensumstände nicht gegeben, wobei dennoch immer versucht werden sollte, eine
ausgewogene Ernährung in den Vordergrund zu stellen.
In manchen Phasen kann es daher wirklich hilfreich sein, auf
Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen zu können.
Was man unter Nahrungsergänzungsmitteln versteht sowie Sinn und
"Unsinn" solcher Produkte soll im Folgenden näher erläutert werden.
Was versteht man unter Nahrungsergänzungsmitteln?
Lebensmittel enthalten neben den
Energieträgern Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett u.a. auch noch Vitamine,
Mineralstoffe und Spurenelemente. Nahrungsergänzungsmittel zählen auch zu den
Lebensmitteln und müssen daher nicht, wie z.B. Arzneimittel, extra zugelassen
werden. Ausnahmen bilden hierbei Nahrungsergänzungsmittel, die einem
diätetischen Zweck dienen oder bei denen es sich um neuartige Lebensmittel
handelt (z.B. gentechnisch veränderte Lebensmittel).
Der Unterschied zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und anderen Lebensmitteln
ist aber, dass Nahrungsergänzungsmittel einen oder mehrere Nährstoffe in
konzentrierter Form, d.h. in höheren Mengen enthalten. Dabei kann es sich u.a.
um Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe, essentielle
Fettsäuren und bestimmte Eiweiße bzw. Aminosäuren handeln. Diese werden
üblicherweise nicht in lebensmitteltypischer Form angeboten, sondern
beispielsweise in Form von Tabletten, Kapseln, Granulat, Pulver, Trinkampullen
oder Tropfen.
Tabelle: Beispiele für Nahrungsergänzungsmittel
|
Nahrungsergänzungsmittel
|
Funktion
|
|
Multivitaminpräparate
|
Vorbeugung eines Vitaminmangels
|
|
Mineralstoffe
|
Vorbeugung eines Mineralstoffmangels
|
|
Ballaststoffpräparate
|
Vorbeugung von Verstopfung
|
|
Coenzym Q10
|
Energiesteigerung
|
|
L-Carnitin
|
Leistungssteigerung, Schlankheitsmittel
|
|
Stärkungsmittel
|
allgemeine Stärkung und Kräftigung
|
|
Apfelessigpräparate
|
Gewichtsreduktion,
Gesundheitsförderung
|
Lebensmittel, die mit Nährstoffen angereichert wurden (z.B. mit Ballaststoffen
angereichertes Müsli), werden dagegen nicht als Nahrungsergänzungsmittel
bezeichnet, sondern als "angereicherte Lebensmittel" oder auch als
"Functional Food".
Von der rechtlichen Seite her sollte ein solches Produkt auf dem Etikett als
Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet werden. Daneben wird vorausgesetzt, dass
eine eindeutige Empfehlung für die aufzunehmende Menge auf dem Produkt
angegeben wird.
Bisher existieren in Deutschland noch keine genauen rechtlichen Regelungen für
die Dosierung von Nahrungsergänzungsmitteln. Es gibt allerdings Vorschläge,
welche Mengen nicht überschritten werden sollten, damit
Nahrungsergänzungsmittel nicht als Arzneimittel eingestuft werden. Dabei
orientiert man sich an den Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung (DGE). Für vitaminhaltige Produkte existiert die
Empfehlung, die dreifache Menge der von der DGE empfohlenen Menge nicht zu
überschreiten (siehe nachfolgende Tabelle). Diese Regelung gilt nicht für
Vitamin A und Vitamin D, da es sich bei diesen Vitaminen um fettlösliche
Vitamine handelt, bei denen es bei zu hoher Zufuhr zu einer Überdosierung
kommen kann.
Tabelle: Empfehlungen für die tägliche Vitaminzufuhr und die empfohlene
Höchstmenge in Nahrungsergänzungsmitteln
|
Vitamin
|
|
DGE*
|
3 x DGE
|
| |
|
m
|
w
|
m
|
w
|
|
Vitamin E
|
mg
|
12
|
36
|
|
Vitamin K
|
ug
|
80
|
65
|
240
|
195
|
|
Vitamin B1
|
mg
|
1,3
|
1,1
|
3,9
|
3,3
|
|
Vitamin B2
|
mg
|
1,7
|
1,5
|
5,1
|
4,5
|
|
Vitamin B6
|
mg
|
1,8
|
1,6
|
5,4
|
4,8
|
|
Vitamin B12
|
ug
|
3
|
9
|
|
Vitamin C
|
mg
|
75
|
225
|
|
Folsäure
|
ug
|
300
|
900
|
|
Pantothensäure
|
mg
|
6
|
18
|
|
Niacin
|
mg
|
18
|
15
|
54
|
45
|
|
Biotin
|
ug
|
30-100
|
90-300
|
* DGE-Empfehlungen für Männer (m) und Frauen
(w) im Alter von 25-51 Jahre
Situationen, in denen Nahrungsergänzungsmittel
empfohlen werden
Einleitung
Normalerweise kann man über eine
abwechslungsreiche Ernährung alle Nährstoffe in ausreichender Menge zuführen
. In bestimmten Phasen des Lebens
benötigt der Körper aber bestimmte Nährstoffe in teilweise erheblich höheren
Mengen. Bestimmten Bevölkerungsgruppen wird daher empfohlen, neben einer
ausgewogenen Ernährung bestimmte Nährstoffe zusätzlich, also als
Nahrungsergänzungsmittel, aufzunehmen. Hierzu zählen Säuglinge, Schwangere
und Stillende (s.u.).
Weitere Gründe für die Empfehlung zur Aufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln
können jedoch auch geographischer Natur sein, wie beispielsweise das
Spurenelement Jod. Deutschlands Böden sind relativ jodarm, was dazu führt,
dass über die tägliche Ernährung nur wenig Jod zugeführt wird. Das einzige
jodreiche Lebensmittel Fisch wird leider von einem Großteil der Bevölkerung
nur in geringeren Mengen verzehrt, so dass es oftmals zu einer Unterversorgung
mit Jod kommt. Aus diesem Grund wird der gesamten Bevölkerung generell
nahegelegt, auf jodiertes Salz zurückzugreifen bzw. Schwangeren wird empfohlen,
Jodtabletten einzunehmen.
Säuglinge
Auf Grund des schnellen Wachstums ist bei
Säuglingen der Bedarf an Vitamin D besonders hoch. Vitamin D ist für den
Knochenaufbau notwendig. Deswegen kann es bei Mangelzuständen zu Verformungen
der Knochen, auch als Rachitis (Knochenerweichung) bezeichnet, kommen. Der
Körper ist zwar in der Lage, unter Einwirkung von UV-Licht selbst Vitamin D
herzustellen. In unseren Breiten ist die Eigensynthese auf Grund der geringen
UV-Licht-Einstrahlung aber nicht immer ausreichend für Säuglinge.
Auch der Vitamin-D-Gehalt von Muttermilch und Kuhmilch ist für eine sichere
Versorgung nicht ausreichend. Industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung
dagegen wird vorbeugend schon mit Vitamin D angereichert. Aber auch dies reicht
für eine optimale Versorgung des Säuglings mit Vitamin D nicht aus. Daher wird
generell im ersten Lebensjahr eine zusätzliche Vitamin-D-Gabe für jeden
Säugling empfohlen.
Auch die Einnahme von Fluorid zur Vorbeugung
von Karies wird Säuglingen und Kindern empfohlen. Durch die Einlagerung von
Fluorid in den Zahnschmelz wird dieser gefestigt, wodurch der Entstehung von
Karies vorgebeugt werden kann. Beachtet werden müssen hierbei allerdings
weitere Quellen für Fluorid, wie z.B. fluoridiertes Speisesalz, fluoridreiches
Mineral- und Trinkwasser. In diesen Fällen ist möglicherweise eine
zusätzliche Einnahme von Fluoridtabletten nicht notwendig. Dies sollte mit dem
zuständigen Arzt abgesprochen werden.
Schwangere und stillende Frauen
Auch diese Bevölkerungsgruppe kann auf Grund
der besonderen Stoffwechsellage den Bedarf an bestimmten Nährstoffen oftmals
nicht über die normale Ernährung decken. Fast alle Nährstoffe müssen in
dieser Zeit in höheren Mengen zugeführt werden. Probleme gibt es dabei
insbesondere bei dem Vitamin Folsäure und dem Spurenelement Jod.
Folsäure ist vorrangig an der Neubildung von Zellen beteiligt und ist daher
insbesondere in der Frühschwangerschaft, in der die Rate der Zellneubildung
enorm hoch ist, von besonderer Bedeutung. Bei unzureichender Versorgung kommt es
zu schweren Erkrankungen des Kindes (z.B. Spina bifida, Neuralrohrdefekte).
Es konnte festgestellt werden, dass auch nichtschwangere junge Frauen häufig
nicht ausreichend mit Folsäure versorgt sind. In der Schwangerschaft steigt nun
der Bedarf an Folsäure noch auf das Doppelte an. Daher wird jungen Frauen, die
Kinderwunsch äußern, empfohlen, vor und während der Schwangerschaft
zusätzlich Folsäure in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zuzuführen.
Jod ist ein weiterer Nährstoff, der häufig in
zu geringen Mengen aufgenommen wird. Dieses Spurenelement wird - wie bereits
oben erwähnt - generell in der Bundesrepublik nicht in ausreichender Menge mit
der Nahrung aufgenommen. Bei mangelnder Jodversorgung kommt es zur Ausbildung
eines Kropfes (Vergrößerung der Schilddrüse). Da in der Schwangerschaft der
Bedarf an Jod noch ansteigt, wird Schwangeren und Stillenden empfohlen, Jod auch
zusätzlich in Tablettenform zuzuführen.
Situationen, in denen Nahrungsergänzungsmittel
aufgenommen werden können
Einleitung
Es gibt nun besondere Lebensumstände, die es
nicht ermöglichen, sich optimal zu ernähren, und dadurch die Aufnahme aller
Nährstoffe in ausreichender Menge zu sichern. Dies kann z.B. bei bestimmten
Erkrankungen der Fall sein, oder auch bei extremen Diäten.
Ältere Menschen
Ältere Menschen sind häufig nicht mehr in der
Lage, ihre tägliche Ernährung optimal zu gestalten. Die Gründe hierfür sind
u.a.
 | mangelnder Appetit, der zu einer reduzierten
Nahrungsaufnahme und folglich auch zu einer verminderten Nährstoffzufuhr
führt.
 | Vergesslichkeit
 | mangelnde Beweglichkeit, wodurch das
Einkaufen oder auch die Mahlzeitenzubereitung erschwert wird |
| |
Dadurch kann es zu einer Unterversorgung mit
bestimmten Nährstoffen kommen. In diesem Fall könnte die Einnahme von
Nährstoffergänzungsmitteln hilfreich sein, um eine optimale Versorgung an
allen Nährstoffen zu gewährleisten.
Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel
Manche Menschen haben eine Abneigung gegen
bestimmte Nahrungsmittel, die dann meist vollständig aus der täglichen
Ernährung verbannt werden. Handelt es sich hierbei z.B. um Obst oder Fisch, so
kann es zu einer Unterversorgung mit bestimmten Vitaminen oder Jod kommen.
Auch hier ist der Einsatz von Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll.
Erkrankungen
Bei bestimmten Erkrankungen ist es manchmal
notwendig, eine bestimmte Ernährung/Diät einzuhalten, die leider nicht alle
Nährstoffe in den ausreichenden Mengen berücksichtigen kann. Dies kann
ebenfalls zu einer Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen führen.
So müssen beispielsweise Allergiker Lebensmittel, gegen die eine Allergie
besteht, häufig lebenslang meiden. Handelt es sich dabei um Lebensmittel, die
zur Hauptversorgung eines bestimmten Nährstoffs beitragen, kann es zu einer
Unterversorgung mit diesem Nährstoff kommen. Liegt z.B. eine
Milcheiweißallergie vor, so muss der Betroffene meistens alle Lebensmittel
meiden, die Milcheiweiß enthalten, also u.a. alle Milchprodukte . Milch stellt aber den Hauptlieferanten
für Calcium dar, so dass die Versorgung mit Calcium oftmals nicht
sichergestellt ist. Als Alternative bieten sich andere calciumreiche
Lebensmittel an, wie z.B. Broccoli, calciumreiche Mineralwässer oder
calciumangereicherte Säfte. Häufig reicht dies aber nicht aus, so dass auch
auf Calcium-Supplemente zurück gegriffen werden kann.
Die gleiche Problematik liegt bei
Milchzuckerunverträglichkeit vor, bei der ebenfalls häufig viele Milchprodukte
gemieden werden müssen (s. auch Laktoseintoleranz -
Milchzuckerunverträglichkeit
Alkoholiker weisen häufig einen Mangel an
Vitamin B1 auf. Dadurch kann es zu Störungen der Nervenleitung
kommen, die sich z.B. in Empfindungsstörungen an den Extremitäten äußern.
Auch hier könnten Nahrungsergänzungsmittel notwendig sein.
Omega-3-Fettsäuren werden beispielsweise in
Form von Fischölkapseln auf dem Markt angeboten. Verschiedene Studien legen
nahe, dass der Einsatz von Omega-3-Präparaten einen positiven Einfluss auf den
Verlauf bestimmter Erkrankungen nehmen kann.
Darüber hinaus können auch einige Medikamente
zu einem erhöhten Bedarf an bestimmten Nährstoffen führen, so dass es dann
hilfreich sein kann, auf entsprechende Nahrungsergänzungsmittel
zurückzugreifen. So erhöht beispielsweise die Einnahme der Antibabypille den
Bedarf an Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin C.
Diäten
Einige auf dem Markt angebotene Diäten, die
eine Gewichtsabnahme zum Ziel haben, sind sehr einseitig oder erlauben nur eine
sehr geringe Energiezufuhr.
Unter einseitigen Diäten werden Kostformen verstanden, die keine ausgewogene
Nährstoffzusammensetzung aufweisen, sondern häufig bestimmte Lebensmittel in
hohen Mengen empfehlen, andere dagegen vollständig ablehnen. So empfiehlt
beispielsweise die Atkins-Diät, kohlenhydratreiche Lebensmittel abzulehnen,
dafür aber den Verzehr von fettreichen Lebensmittel zu erhöhen. Dadurch kann
es zu einer Unterversorgung u.a. mit Vitaminen und Mineralstoffen kommen.
Aber auch bei Diäten, die zwar vollwertig sind, aber über längere Zeit nur
eine sehr geringe Energiezufuhr erlauben, kann der Bedarf bestimmter Nährstoffe
nicht mehr in ausreichender Menge gedeckt werden. Hierbei kann die Aufnahme von
Nährstoffergänzungsmitteln hilfreich sein.
Genussmittel
Bei Personen mit chronisch hohem
Zigarettenkonsum kommt es zu einem erhöhten Bedarf an Vitamin C. Kann dieser
nicht mit der Ernährung gedeckt werden, kann der Einsatz von
Nahrungsergänzungsmitteln (hier in Form von Vitamin C) angezeigt sein.
Nahrungsergänzungen zur Gewichtsreduktion
Apfelessigpräparate
Seit einiger Zeit wird für
Apfelessigpräparate geworben, die die Gewichtsreduktion fördern und die
Gesundheit positiv beeinflussen sollen. Allerdings sind die Aussagen zu diesen
Produkten irreführend, da für diese weder gesundheitsfördernde oder
gewichtsreduzierende Wirkungen nachgewiesen werden konnten. Die positiven
Wirkungen, die dem Apfelessig zugeschrieben werden, gehen auf eine Aussage des
amerikanischen Arztes Dr. Jarvis (*1881) zurück. Er empfahl Apfelessig als
einfaches Hausmittel für ein langes Leben. Lediglich die Herstellung eines
erfrischenden Getränks zur Sicherstellung einer ausreichenden
Flüssigkeitsmenge wären in diesem Zusammenhang von gesundheitlichem Nutzen.
L-Carnitin
L-Carnitin ist am Transport der langkettigen
Fettsäuren in die Mitochondrien ("Kraftwerk der Zelle") beteiligt. Es
handelt sich jedoch nicht um eine essentielle, d.h. lebensnotwendige Substanz,
da der Organismus L-Carnitin selbst in ausreichender Menge herstellt. Darüber
hinaus ist L-Carnitin natürlicherweise in Lebensmitteln enthalten. Gute
L-Carnitin-Lieferanten sind Schaf-, Rind- und Schweinefleisch.
Werbeaussagen zu Folge nimmt dieses Nahrungsergänzungsmittel einen positiven
Einfluss auf den Fettstoffwechsel und soll sowohl die sportliche Leistung als
auch die Gewichtsreduktion fördern. Die über L-Carnitin beschriebenen Effekte
sind wissenschaftlich jedoch nicht eindeutig belegt.
Fazit
Nahrungsergänzungsmittel können in manchen
Lebensabschnitten oder -situationen hilfreich oder sogar notwendig sein, um die
optimale Versorgung des Körpers mit Nährstoffen zu gewährleisten. In diesen
Fällen sind diese Produkte sicherlich zu befürworten.
In anderen Fällen sollte vielleicht einmal überdacht werden, ob nicht doch
eine Umstellung bestimmter Ernährungsgewohnheiten möglich wäre. Leider werden
Nahrungsergänzungsmittel auch häufig eingenommen, um Defizite in der
Lebensführung auszugleichen. Sein Ernährungsverhalten umzustellen oder mit dem
Rauchen aufzuhören erfordert natürlich manchmal auch viel Kraft und Ausdauer,
im Gegensatz zu der relativ einfachen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.
Ein Beispiel soll zeigen, dass Lebensmittel den
Nahrungsergänzungsmitteln meist doch überlegen sind:
Gemüse und Obst enthalten u.a. Vitamine und Mineralstoffe, die im Prinzip durch
synthetische Vitamine und Mineralstoffe zum Teil ersetzt werden können. Einige
weitere positive Inhaltsstoffe, die in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten
sind, können jedoch nicht durch die Aufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln
ersetzt werden. Hierbei handelt es sich um Ballaststoffe und die sogenannten
sekundären Pflanzenstoffe. Diesen wird eine positive bzw. vorbeugende Wirkung
in Bezug auf verschiedene ernährungsabhängige Erkrankungen zugesprochen. Diese
positiven Eigenschaften können daher nur durch die herkömmlichen und
möglichst naturbelassenen Lebensmittel genutzt werden.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass
Nahrungsergänzungsmittel mit Sicherheit ihren Platz in unserer heutigen
Ernährung haben. Dennoch sollte das Gewährleisten einer optimalen
Nährstoffzufuhr nicht auf die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln
beschränkt werden, sondern das Hauptaugenmerk sollte immer auf einer
abwechslungsreichen Lebensmittelzusammenstellung liegen.
Literatur
 | BgVV-Pressedienst Nr. 01/99 vom 01. Feb.
1999
 | Biesalski, H.-K., Ernährungsmedizin, Thieme
Verlag, Stuttgart, 1999
 | Deutsche Apotheker Zeitung, 139. Jg., Nr.
26, S. 27
 | Deutsche Apotheker-Zeitung, Jahrg. 139, Nr.
42, 74-76
 | Deutsche Gesellschaft für Ernährung,
Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr, Umschau Verlag, Frankfurt, 1991
 | DGE info 12/99, S. 180-182
 | DGE-Beratungsstandards, Kapitel IV:
Anreicherung und Supplemente in der Ernährung,
S. 3.1-3.3, 1999
 | Fischer, B. und Döring, A.,
Ernährungsumschau 46, 1999, Heft 2, 44-46
 | Gröber, u., PTA heute, Jahrg. 13, Nr. 2,
1999, S. 117-122
 | Kluthe, R., Ernährungsmedizin in der
Praxis, Spitta-Verlag , Balingen, 1999 |
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