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Die Nahrung auf dem Weg durch unseren Körper Einleitung Täglich nehmen wir über unsere Ernährung Lebensmittel unterschiedlicher Zusammensetzung auf. Doch was geschieht mit der Nahrung die wir aufgenommen haben? In welche Bestandteile wird unsere Nahrung zerlegt und welchen Weg nehmen diese dann durch unseren Körper? Im Folgenden wird näher auf diese Fragen eingegangen und sowohl die Zusammensetzung der Ernährung als auch der Verdauungskanal mit seinen Organen beschrieben.
Um sowohl die in den Lebensmitteln enthaltene Energie als auch die Nährstoffe gewinnen bzw. nutzen zu können, muss die Nahrung im Verdauungsprozess zu kleineren Einheiten zerlegt werden. Mit Hilfe von Enzymen werden die langkettigen Bausteine (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße, Ballaststoffe) in ihre Grundbausteine (Monosaccharide, Fettsäuren, Aminosäuren) schrittweise zerlegt. Denn nur diese Grundbausteine können aus dem Darm aufgenommen werden (Absorption), um im Körper verstoffwechselt zu werden. Bestandteile, die der Körper nicht mehr verwerten kann - so genannte Stoffwechselendprodukte - werden vom Körper ausgeschieden. Feste Bestandteile werden als Kot über den Dickdarm ausgeschieden. Wasser sowie darin lösliche Verbindungen werden als Urin über die Blase ausgeschieden. Die Verdauung kann unterteilt werden in mechanische und enzymatische Prozesse. Zu den mechanischen Abläufen gehören sowohl Zerkleinerung der aufgenommenen Nahrung über die Zähne als auch das Durchmischen und der Weitertransport des Speisebreis. Die Hauptaufgabe liegt jedoch im enzymatischen Abbau. Enzyme werden in den entsprechenden Verdauungsorganen gebildet.
In jedem lebenden Organismus - so also auch im menschlichen Körper - findet ein ständiger Auf- und Abbau von Körpersubstanzen statt. Über die Nahrung nimmt der Mensch Lebensmittel auf, die zunächst in kleinere Bruchstücke zerlegt werden müssen, um daraus anschließend die darin enthaltenen Nährstoffe aufnehmen zu können. Diese Nährstoffe werden dann in körpereigene Verbindungen umgewandelt. Daran sind körpereigene Enzyme beteiligt, die die Umwandlungsprozesse beschleunigen. Sie dienen also als so genannte Katalysatoren.
Die Verweildauer des Nahrungsbreis in den einzelnen Verdauungsorganen sind individuell verschieden und hängen zudem besonders von der Nahrungszusammensetzung ab. Die angegebenen Zeiten sind Durchschnittswerte.
Zu den Hauptnährstoffen in unseren Lebensmitteln zählen Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Spaltprodukte dieser Nährstoffe.
Die einzelnen Schritte der Verdauung
Der Verdauungsvorgang beginnt bereits in der
Mundhöhle. Während des Kauens wird die aufgenommene Nahrung zunächst
mechanisch mit den Zähnen zerkleinert und mit dem Speichel zu einen
schluckfähigen Speisebrei durchmischt. Die Speichelproduktion beträgt bis zu
1,5l pro Tag und erfolgt über Reflexe, wie beispielsweise Geruch und Geschmack
der Speisen. Die in der Nahrung enthaltenen Kohlenhydrate (Stärke) werden
bereits in der Mundhöhle in kleinere Bestandteile enzymatisch aufgespalten. An
dieser Aufspaltung ist das Enzym [alpha]-Amylase des Speichels - auch Ptyalin
genannt - beteiligt. Es entstehen Mehrfachzucker auch der Zweifachzucker Maltose
(Malzzucker). Aus diesem Grunde schmeckt Brot nach längerem Kauen leicht
süßlich.
Die Hauptaufgabe des Magens während des Verdauungsvorganges besteht in der Speicherung und portionsweisen Abgabe des Speisebreis an den Zwölffingerdarm, in der Einleitung der Eiweißverdauung durch die Freigabe von eiweißspaltenden Enzymen und in der Bildung des intrinsischen Faktors als Voraussetzung für die Vitamin B12-Aufnahme. Der im Magen ankommende Speisebrei wird mit dem Magensaft durchmischt. Täglich werden etwa 2-3 l Magensaft von der Magenschleimhaut produziert. Der Magensaft ist eine klare Flüssigkeit, die Salzsäure, Schleime, Enzymvorstufen, Salze, Wasser sowie einen so genannten intrinsischen Faktor zur Aufnahme von Vitamin B12 enthält. Der im Magen gebildete Schleim besteht aus Glykoproteinen und schützt die Magenschleimhautoberfläche vor Schäden. Der intrinsische Faktor der Magenschleimhaut wird auch als Castlesches Ferment bezeichnet, das sich mit dem Vitami B12 aus der Nahrung - auch Extrinsic Factor genannt - verbindet. Diese Komplexbildung ist Voraussetzung für die Vitamin-B12-Aufnahme aus dem Dünndarm in die Blutbahn. Die Salzsäure dient der Keimabtötung und der Aktivierung einer Enzymvorstufe, dem Pepsinogen. Die aktivierte Enzym wird als Pepsin bezeichnet und ist an der Eiweißverdauung beteiligt. Neben eiweißspaltenden Enzymen enthält der Magensaft auch ein fettspaltendes Enzym, die Magenlipase. Diese spielt in der Fettverdauung des Erwachsenen jedoch eine untergeordnete Rolle. Die eigentliche Fettverdauung beginnt erst im Dünndarm. Die Kohlenhydratverdauung im Magen beschränkt sich lediglich auf die Restwirkung der [alpha]-Amylase des Speichels, da diese durch die Freisetzung der Magensäure inaktiviert wird. Für die Durchmischung des Speisebreis zieht sich die Magenwandmuskulatur zusammen und entspannt sich danach wieder. Dieses Gemisch bezeichnet man als Chymus. Die Verweildauer des Mageninhalts ist von der Zusammensetzung der Nahrung abhängig. Eine fettreiche Mahlzeit verzögert die Magenentleerung, ausgelöst durch bestimmte Hormone, die die Magenbewegungen hemmen. Die Beschaffenheit als auch die Teilchengröße des Speisebreis beeinflusst ebenfalls die Magenentleerungsgeschwindigkeit. Durch kräftiges Zusammenziehen (Kontraktion) und kurzes Öffnen des Magenausganges (Pylorus) wird der Mageninhalt portionsweise an den Zwölffingerdarm zur weiteren Verdauung abgegeben. Durch die dosierte Abgabe des Nahrungsbreis wird die Voraussetzung für eine angepasste Verdauung geschafft, da ein Anfluten von Nährstoffen verhindert wird.
Der Dünndarm setzt den Verdauungsprozess weiter fort. Die Hauptaufgaben des Dünndarms liegen sowohl in der Aufnahme (Absorption) von Wasser, Mineralstoffen, Vitaminen und den Bausteinen von komplexen Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen als auch im Weitertransport des Nahrungsbreis. Die Absorption der zerlegten Nährstoffe erfolgt überwiegend im oberen Dünndarmbereich statt. Der Dünndarm lässt sich in 3 Abschnitte gliedern: Zwölffingerdarm (Duodenum), Leerdarm (Jejunum) und Krummdarm (Ileum). Der Zwölffingerdarm bekam seinen Namen, da er etwas länger ist als 12 nebeneinander gelegte Finger. Insgesamt hat der Dünndarm eine Länge von etwa 3-4 Meter. Durch die vielen Schlingen und Falten wird die Darmfläche etwa um den Faktor 600 vergrößert. Diese Oberflächenvergrößerung stellt eine wichtige Voraussetzung für einen ausreichenden Kontakt zwischen dem Chymus und den nährstoffaufnehmenden Zellen der Dünndarmschleimhaut dar. Vom Magen gelangt der Speisebrei zunächst in den Zwölffingerdarm. Zusätzlich münden der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse und der Gallengang in den Zwölffingerdarm.
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert täglich etwa 2 l Pankreassaft, der seine Wirkungen im Dünndarm entfaltet. Der Pankreassaft enthält Verdauungsenzyme zur Aufspaltung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Zudem enthält er eine Substanz, um den sauren Speisebrei aus dem Magen zu neutralisieren. Folgende Auflistung zeigt, welches Enzym des Pankreassaftes welchen Nährstoff in kleinere Bausteine zerlegt:
Für eine normale Fettverdauung ist ebenfalls
Galle wichtig, die kontinuierlich von der Leber gebildet wird. In der
Gallenblase wird sie gespeichert und eingedickt. Nach der Nahrungsaufnahme löst
ein Hormon das Zusammenziehen der Gallenblase aus, sodass die Gallenflüssigkeit
über den Gallengang in den Zwölffingerdarm gelangt und sich dort mit den
Nahrungsfetten zu so genannten Mizellen verbindet. Auf Grund des besonderen
Aufbaus der Gallensäuren können sie die Fettpartikel in kleinste
Fetttröpfchen zerlegen und sie in wässriger Lösung verteilen. Sie dienen so
genannte Emulgatoren und vergrößern dadurch die Angriffsfläche für die
fettspaltenden Verdauungsenzyme. Der Speisebrei wird mit den Verdauungssäften des Zwölffingerdarms, der sich aus Pankreassaft, Gallenflüssigkeit und Dünndarmsaft zusammensetzt, weiter durchmischt. Die darin enthaltenen Nährstoffe werden immer weiter in ihre Bausteine zerlegt bis sie letztendlich über die Zellen der Darmschleimhaut in die Blutbahn aufgenommen (absorbiert) werden. Diese Bausteine werden dann über das Blut oder das Lymphsystem zu den entsprechenden Organen transportiert, in denen sie in körpereigene Verbindungen umgewandelt werden. Nicht verwertbare Stoffe bzw. verbrauchte Endprodukte werden ausgeschieden.
Unverwertbare Nahrungsbestandteile werden durch wellenförmige Darmbewegungen vom letzten Dünndarmabschnitt, dem Jejunum, in den Dickdarm (Kolon) transportiert. Der Dickdarm stellt den letzten Abschnitt des Verdauungskanals dar. Er ist etwa 1,5m lang und schließt mit dem Mastdarm (Rektum) ab. Im Gegensatz zu Magen und Dünndarm ist der Dickdarm dicht mit "gesunden" Bakterien (=Darmflora) besiedelt. Untersuchungen legen nahe, dass die Aufnahme von probiotischen Lebensmitteln die Darmflora positiv beeinflussen kann Die Hauptaufgabe des Dickdarm besteht darin, Wasser und Mineralstoffe aus dem Darminhalt aufzunehmen (Absorption). Bis zu 1-1,5 l Wasser werden täglich rückresorbiert. Der Darminhalt wird somit von etwa 500-1500 ml auf 100-200 ml Stuhl eingedickt. Im Mastdarm werden die Fäzes (Stuhl) bis zur nächsten Darmentleerung gespeichert. Der Stuhldrang wird ausgelöst, wenn sich der Mastdarm zunehmend mit Darminhalt füllt. Wird diesem nachgegeben kommt es zur Stuhl- bzw. Darmentleerung (Defäkation). Stuhlentleerungen sind individuell unterschiedlich und reichen von 3-mal täglich bis 3-mal pro Woche und sind unter anderem von der in der Nahrung enthaltenen Ballaststoffmenge abhängig. Funktionsstörungen des Dickdarms können sowohl zu Durchfall (Diarrhö) als auch zu Verstopfung oder Darmträgheit (Obstipation) führen
Literatur
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