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Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern
EinführungIn den letzten Jahren haben zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen immer deutlicher gezeigt, daß die Qualität der Ernährung in der frühen Kindheit nicht nur kurzfristig Wachstum und Wohlbefinden beeinflußt, sondern positive Auswirkungen auf die weitere Entwicklung und sogar noch auf die Gesundheit im höheren Alter hat. Zudem werden Ernährungsgewohnheiten schon früh geprägt, so daß eine vollwertige und ausgewogene Ernährungsweise bei Kindern auch eine gute Grundlage für ein späteres gesundheitsbewußtes Eßverhalten ist. Es lohnt sich also, von Anfang an auf eine möglichst hochwertige Ernährung von Kindern zu achten. Während Erwachsene durch Essen und Trinken nur den täglichen Verbrauch an Nährstoffen und Energie ersetzen müssen, benötigen Kinder zusätzlich ganz erhebliche Nährstoffmengen für Wachstum und Entwicklung. Diese enormen Anforderungen an den Organismus werden deutlich, wenn man sich die rasante Geschwindigkeit des Wachstums vor Augen führt. Das Körpergewicht eines gesunden Säuglings verdoppelt sich in den ersten vier Monaten und verdreifacht sich bis zum Ende des ersten Lebensjahres, was eine unvorstellbare Stoffwechselleistung darstellt. Gleichzeitig sind aber die im kindlichen Organsimus gespeicherten Nährstoffreserven nur sehr gering. Deshalb kann eine unausgewogene Ernährung gerade bei jüngeren Kindern besonders rasch zu Mangelsituationen und nachteiligen Folgen führen. Säuglinge in den ersten vier Monaten
AllgemeinesIn den ersten vier Monaten sollten Säuglinge ausschließlich mit Muttermilch oder einer industriell hergestellten Säuglingsmilch gefüttert werden. Mit dieser Nahrung erhalten sie alle erforderlichen Nährstoffe außer Vitamin D und Fluorid. Der Einsatz von anderen Lebensmitteln ist zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig oder sogar schädlich. Zum Beispiel können zu früh eingeführte Lebensmittel (Säfte oder Breie) unter Umständen eine Allergie hervorrufen.
Vorteile des StillensDas Stillen von Säuglingen bietet eine ganze Reihe von Vorteilen:
Nachteile des StillensAls Nachteil des Stillens kann angesehen werden, daß Nikotin oder Pestizide, die die Mutter aufgenommen hat, in den kindlichen Organismus gelangen . Während es möglich sein sollte, während der Stillzeit auf das Rauchen zu verzichten, gibt es keine Möglichkeit, das Übertreten von Pestizidrückständen aus dem Fettgewebe der Mutter in den kindlichen Organismus zu verhindern. Doch sollte auf das Stillen aus diesem Grund nicht verzichtet werden, da die positiven Effekte eindeutig überwiegen. Eine Übertragung von Medikamenten über die Muttermilch ist ebenfalls möglich. Auf keinen Fall darf gestillt werden, wenn die Mutter eine akute oder chronische Infektionserkrankung wie beispielsweise Tuberkulose hat. Es können sowohl die in diesen Fällen angewandten Antibiotika als auch unter Umständen Krankheitserreger über die Muttermilch in den Blutkreislauf des Kindes gelangen. In jedem Fall sollte eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Industriell hergestellte Milchnahrung
ÜbersichtIst die Mutter nicht in der Lage, ihr Kind zu stillen oder möchte sie es nicht, dann sollte das Baby eine industriell hergestellte Säuglingsmilch erhalten. Die Säuglingsmilchnahrungen der deutschen Herstellerfirmen lassen sich in zwei Hauptgruppen unterteilen. Das Unterscheidungskriterium liegt in der Zusammensetzung des Kohlenhydratanteiles. Die nachfolgende Tabelle zeigt, zu welcher Gruppe eine Säuglingsmilchnahrung gehört. Die in der Tabelle erwähnte Folgemilch entspricht mit ihrer Zusammensetzung weniger der Muttermilch als vielmehr der Vollmilch. Sie eignet sich daher nicht für den Einsatz in den ersten vier Monaten. Die
Dosierungsanweisungen auf der Packungsbeilage sind in jedem Fall genauestens zu
befolgen. Zusätze von Vitaminen und Spurenelementen (Eisen, Zink, Kupfer, Jod)
sind in den Säuglingsmilchnahrungen und in Folgemilch in ausreichendem Maße
enthalten. Deshalb ist es nicht nötig, der industriell hergestellten Milch
Saft, Gemüse oder Obst zuzusetzen.
Übersicht über
industriell hergestellte Säuglingsmilch
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| Hersteller | Kohlenhydrat: Milchzucker |
Kohlenhydrate: Milchzucker, Stärke, evtl. andere KH |
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| De-Vau-Ge-Gesundheitskost | Pre Granomil | ||
| Hipp | Pre Hipp | Hipp 1 | Hipp 2 |
| Humana | Pre Humana | Humana 1* Humana babyfit* |
Humana 2* |
| Milchwerke Mittelelbe |
Pre Milasan | Milasan 1 | Milasan 2 |
| Milupa | Pre Aptamil | Aptamil 1 Milumil 1* |
Aptamil 2 Milumil 2 kristallzuckerfrei* Milumil 2 |
| Nestlé | Pre Aletemil Pre Beba Aponti pre |
Aletemil* Beba 1 Aponti 1* Ki-Na Manasan |
Aletemil plus* Beba 2 Aponti 2* |
| Töpfer | Pre Lactana A | Lactana B* | Lactan C |
*Enthalten als Kohlenhydrate neben den gewünschten Mengen von Milchzucker (Laktose) und Stärke noch andere, nicht erforderliche Kohlenhydrate (nach Forschungsinstitut für Kinderernährung, Dortmund 1995)
Säuglingsmilchnahrungen mit der Silbe "Pre" im Namen (zum Beispiel: "Pre Hipp") haben als einzige Kohlenhydratquelle Laktose (Milchzucker). Diese Nahrungen sind in ihrer Konsistenz mit der Muttermilch zu vergleichen. Sie sättigen nicht so anhaltend wie stärkehaltige Milch und sollten wie Muttermilch nach Bedarf des Kindes gefüttert werden. Auch bei dieser Ernährungsweise können pro Tag sechs Mahlzeiten notwendig sein.
Bei Säuglingsmilchnahrungen mit der Ziffer "1" (zum Beispiel "Humana 1") sind die Kohlenhydratlieferanten Milchzucker und zu einem geringen Anteil Stärke. Der Stärkezusatz (etwa 2 Prozent) wird in dieser Menge gut vertragen. Er macht die Milch sämiger und kann zu einer längeren Sättigung führen, somit auch zu weniger Mahlzeiten pro Tag. Allerdings kann es bei stärkehaltiger Nahrung leichter zu einer Überfütterung des Säuglings kommen als bei stärkefreier. Deshalb ist es wichtig, das Gewicht regelmäßig zu kontrollieren.
Das Kind bekommt eine seinem Bedarf angepaßte Nahrung, wenn es im ersten Halbjahr eine wöchentliche Gewichtszunahme von 150 - 200 Gramm und im zweiten Halbjahr von etwa 100 Gramm aufweist.
Ein Wechsel der Säuglingsmilchnahrung ist im ersten Lebensjahr nicht erforderlich. Hat man einmal mit einer "Pre"-Nahrung oder "1"-Nahrung begonnen, so kann diese ruhig bis zum Ende des ersten Lebensjahres weitergegeben werden, bis das Kind gegen Ende des ersten Lebensjahres beginnt, Vollmilch aus dem Becher zu trinken.
Wenn Säuglingsmilch Sojaprotein enthält (beziehungsweise eine Mischung aus Kuhmilch- und Sojaprotein), muß sie nach der derzeit gültigen EU-Richtlinie als "Säuglingsanfangsnahrung" bezeichnet werden. Säuglingsmilch mit Sojaprotein ist eine Alternative für Kinder mit Laktose-Intoleranz. Für allergiegefährdete Kinder bedeutet Sojaprotein ebenso wie Kuhmilchprotein ein potentielles Allergen. Bei Milchnahrungen auf Sojabasis muß Calcium und Eisen ergänzt werden.
Ab dem fünften Lebensmonat ist eine Umstellung von der Säuglingsmilchnahrung auf eine Folgemilch sinnvoll, aber nicht nötig. Es kann auch Säuglingsmilch weitergefüttert werden.
Wenn eine Folgemilch Sojaprotein (beziehungsweise eine Mischung aus Kuhmilch- und Sojaprotein) enthält, muß sie nach der derzeit gültigen EU-Richtlinie als "Folgenahrung" bezeichnet werden.
Eine Selbstherstellung von Säuglingsmilch ist prinzipiell möglich, aber nicht empfehlenswert. Sie erfordert einerseits besondere hygienische Sorgfalt und Genauigkeit bei der Zubereitung, andererseits kann der Nährstoffgehalt nie so ausgewogen sein wie bei einer industriell hergestellten Säuglingsmilch.
Die Gabe von zusätzlicher Flüssigkeit ist in den ersten vier bis sechs Monaten bei gesunden Säuglingen nicht erforderlich. Schwitzt ein Baby einmal sehr stark aufgrund von Fieber oder hohen Temperaturen, kann es nötig sein, zusätzlich Flüssigkeit zu geben. Hier bieten sich abgekochtes Trinkwasser oder kohlensäurefreies Mineralwasser an.
Ab dem fünften, spätestens aber ab dem siebten Monat, sollte mit der Fütterung von Breikost begonnen werden, unabhängig davon, ob ein Kind mit Muttermilch oder mit einem industriell hergestellten Muttermilchersatz ernährt wird.
Im fünften, im sechsten und im siebten bis neunten Lebensmonat wird jeweils eine Milchmahlzeit durch eine neue Beikostmahlzeit abgelöst. Im zehnten bis zwölften Monat beginnt der Übergang auf das Mahlzeitenschema der Familienernährung. Hieraus resultieren für diese entsprechenden Monate unterschiedliche Tagesernährungspläne.
Tagesmahlzeiten
im ersten Lebensjahr nach dem Ernährungsplan des Forschungsinstituts für
Kinderernährung (FKE):
| 1.-4. Monat | |||||
| 5. Monat | Milchmahlzeit | Milchmahlzeit | Karotten-Kartoffel- Fleisch-Brei | Milchmahlzeit | evtl. Milchmahlzeit |
| 6. Monat | Milchmahlzeit | Gemüse-Kartoffel- Fleisch-Brei | Milchmahlzeit | Vollmilch- Getreide-Brei | evtl. Milchmahlzeit |
| 7.-9. Monat | Milchmahlzeit | Gemüse-Kartoffel- Fleisch-Brei | Getreide-Obst-Brei | Vollmilch- Getreide-Brei | evtl. Milchmahlzeit |
| 10.-12.Monat | Säuglingsmilch oder Milch + Brot | Zwischenmahlzeit | Gemüse-Kartoffel- Fleisch-Brei | Zwischenmahlzeit | Milchbrei oder Milch + Brot |
Anmerkung: Eine Milchmahlzeit kann entweder aus Muttermilch oder aus einer industriell hergestellten Säuglingsmilch bestehen.
Ab dem fünften
Monat wird eine Milchmahlzeit durch einen Karotten-Kartoffel-Fleisch-Brei mit
Fettzusatz abgelöst. Dieser Brei dient dem Zweck, die Milchnahrung vor allem
mit gut ausnutzbarem Eisen und Zink sowie mit den Vitaminen A, B1, B6 und C zu
ergänzen und führt erstmals Ballaststoffe in die Nahrung ein.
Rezept:
Karotten-Kartoffel-Fleisch-Brei:
90 g Karotten, 40 g Kartoffeln, 20 g mageres Fleisch, 10 g Fett (Butter und Sojaöl im Wechsel) und 30 g Orangensaft (oder Wasser).
Aus der Karotten-Kartoffel-Fleisch-Mahlzeit stammen nur ein Viertel der Nahrungsmenge und ein Drittel der Energiezufuhr des Tages. Diese Mahlzeit liefert aber 40 bis 50 Prozent der Tageszufuhr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ( n-6 Linolsäure und n-3 alpha - Linolensäure aus Sojaöl) sowie 40 bis 50 Prozent der Tageszufuhr an Kalium, Magnesium, Zink und den Vitaminen B1, B6, Niacin(äquivalenten) und C. Die Tageszufuhr an Kupfer, Mangan, Vitamin A und Ballaststoffen stammt sogar zu 80 bis 100 Prozent aus der Karotten - Kartoffel - Fleisch - Mahlzeit.
Der Eisengehalt des Breies ist gering. Das Eisen in dieser Mahlzeit dürfte aber eine relativ hohe Bioverfügbarkeit haben, da Fleisch zum einen gut verfügbares Hämeisen enthält und zum anderen die Resorption von anderen Eisensalzen fördert. Die Resorption von Eisen wird noch durch die gleichzeitige Gabe von Vitamin C gefördert.
Im sechsten Monat
wird als zweite Beikostmahlzeit ein Brei aus Kuhvollmilch und Vollkorngetreide
eingeführt, dem Vitamin-C-reicher Orangensaft zugesetzt wird. Die Rezeptur der
Gemüsemahlzeit erhöht sich geringfügig (größere Gemüseauswahl, erhöhte
Fleischmenge, Eigelb).
Rezepte:
Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei:
90 g Gemüse, 40 g Kartoffeln, 25 g mageres Fleisch (6x pro Woche) bzw. 1 Eigelb (1x pro Woche), 10 g Fett (Butter und Sojaöl im Wechsel), 30 g Orangensaft (oder Wasser).Vollmilch-Getreide-Brei:
200 g Vollmilch, 20 g Vollkornflocken, 20 g Orangensaft.Der Vollmilch-Getreide-Brei weist einen hohen Kalziumgehalt auf. Darüber hinaus besitzt er eine hohe Nährstoffdichte in Bezug auf Protein, Phosphor, Magnesium, Zink, Kupfer und Vitamin B2.
Wer lieber einen Fertigmilchbrei füttern will, kann folgende Aspekte als Auswahlkriterien heranziehen:
Die
Zusammensetzung sollte so einfach wie möglich sein. Die Zutatenliste ist
hierfür eine gute Kontrolle.
| Der Brei
sollte einen Jodzusatz zur Kropfvorbeugung enthalten.
| Der Brei
sollte möglichst keinen Zucker enthalten. Zucker kann sich hinter den
unterschiedlichsten Bezeichnungen verbergen: Saccharose (Haushaltszucker),
Maltose (Malzzucker), Maltodextrin, Glucose (Traubenzucker), Glucosesirup,
Fruktose (Fruchtzucker), Honig, Apfel- oder Birnendicksaft.
| Auch sollte
auf Geschmackszutaten wie Nüsse, Kakao, Schokolade, Gewürze oder Aromen
aus Gründen der Allergievorbeugung verzichtet werden. | |
Im siebten Monat wird eine weitere Milchmahlzeit durch eine Breimahlzeit ausgetauscht. Als dritter Brei kommt der milchfreie Getreide-Obst-Brei mit Fettzufuhr dazu.
Dieser kohlenhydrat- und fetthaltige Brei trägt zur Deckung des Energiebedarfs bei, ohne die Eiweißzufuhr unnötig weiter zu erhöhen. Bei diesem milchfreien Brei kann der Fettanteil durch Butter gedeckt werden, da schon das Sojaöl im Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei die benötigten essentiellen Fettsäuren liefert.
Rezept:
Milchfreier Getreide-Obst-Brei:
20 g Vollkorngetreideflocken, 90 g Wasser, 100 g Obst der Jahreszeit und 5 g Butter.Die einzelnen Breie liefern einen unterschiedlichen Beitrag zur Nährstoffdeckung:
Diesem Brei sollte weder Milch noch Joghurt oder Sahne zugesetzt werden.
| Gemüse-Karotten-Kartoffel-Fleisch-Brei: Dieser Brei ist besonders reich an Vitaminen, Eisen und Ballaststoffen. Durch den Ölzusatz werden außerdem zwei Drittel des Tagesbedarfs an mehrfach ungesättigten Fettsäuren gedeckt. |
| Vollmilch-Getreide-Brei: Dieser Brei liefert besonders viel Kalzium, Phosphor und Vitamin B2. |
| Milchfreier
Getreide-Obst-Brei: Dieser Brei ergänzt die Nährstoffgehalte der anderen Mahlzeiten insbesondere mit Vitamin B6, Magnesium, Kupfer, Mangan und Ballaststoffen. |
Was zu beachten
ist: Durch die Reduzierung des Anteils an jodangereicherter
Säuglingsmilchnahrung sinkt insgesamt die Jodzufuhr. Dies kann nicht
vollständig durch die Breikost kompensiert werden.
Wer einen Fertigmilchbrei bevorzugt, dem erleichtern folgende Aspekte die Auswahl:
Auch hier gilt
wieder: Je einfacher, umso besser. Die Zusammensetzung läßt sich aus der
Zutatenliste entnehmen.
| Alle von den
Herstellern angebotenen Vollkorn-Obst-Breie können ab dem siebten
Lebensmonat eingesetzt werden, auch wenn der Hersteller auf der Banderole
einen anderen Einsatzzeitpunkt angibt.
| Aufgrund des
hohen Nährstoffgehaltes sollten grundsätzlich Breie mit Vollkorngetreide
bevorzugt werden.
| Nach wie vor
gilt: möglichst kein Zuckerzusatz. | |
Gegen Ende des
ersten Lebensjahres werden die vier hinsichtlich der Verzehrsmenge und
Energiegehalt weitgehend gleichen Mahlzeiten gegen drei Hauptmahlzeiten und zwei
kleinere Zwischenmahlzeiten ausgetauscht. Damit wird die Säuglingsnahrung
weitgehend den familiären Eßgewohnheiten angepaßt.
Rezepte:
Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei:
100 g Gemüse, 60 g Kartoffeln, 35 g Fleisch (6x pro Woche) oder 1 Eigelb (1x pro Woche), 10g Sojaöl, 45 g Orangensaft (oder Wasser)Vollmilch-Getreide-Brei:
200 g Vollmilch, 20g Vollkornflocken, 20 g Orangensaft oderZwischenmahlzeit (Beispiel):
Milch + Brot: 25 g Brot, 5 g Sonnenblumenmargarine oder Butter, + 150 g Vollmilch (aus Becher oder Tasse), evtl. + 50 g Frischobst
25 g Brot, 5 g Sonnenblumenmargarine, + 50 g Frischobst bzw. Rohkost oder 50 g Orangensaft (mit 50 g Wasser verdünnt) oderGetränke:
Müsli: 10 g Vollkornflocken + 50 g Frischobst + 20 g Orangensaft (mit 30 g Wasser verdünnt) oder
20 g Vollkornzwieback, 50 g Orangensaft (mit 50 g Wasser verdünnt).
nach Bedarf zuckerfreie Getränke, z.B. Trinkwasser, Mineralwasser, Früchte- oder Kräutertee.
Besteht für ein Baby ein erhöhtes Allergierisiko, da Vater und Mutter Allergiker sind, sollte besonders genau auf die Ernährung geachtet werden.
Allgemein gilt, daß möglichst sechs Monate voll gestillt werden sollte. Wenn dies nicht möglich ist, sollte auf jeden Fall eine spezielle Säuglingsmilchnahrung mit teilweise gespaltenem (= hydrolysiertem) Eiweiß verwendet werden. In solchen Nahrungen ist der Gehalt an allergieauslösenden Eiweißbestandteilen (Antigenen) niedrig. Allerdings verwenden die Hersteller noch unterschiedliche Bezeichnungen wie "hypoallergen", "hypoantigen" oder "H.A".
Hat das Kind bereits eine Allergie entwickelt, darf auch diese Milchnahrung nicht eingesetzt werden, sondern es muß auf eine spezielle Säuglingsmilchnahrung mit hochgradig gespaltenem Eiweiß zurückgegriffen werden. Informationen liefert hierzu der Kinderarzt.
Auch bei Kindern mit einem hohen Allergierisiko kann der Einsatz von Beikost ab dem sechsten Lebensmonat erfolgen. Allerdings sollte man hier neue Lebensmittel immer einzeln und im Abstand von einer Woche einführen. So kann man schnell erkennen, ob das Kind auf ein neues Lebensmittel allergisch reagiert oder nicht. Wichtig ist hierbei ebenfalls eine Absprache mit dem Kinderarzt.
Die zusätzliche Gabe von Vitamin D zur Vorbeugung vor Rachitis und von Fluorid zur Vorbeugung vor Karies ist während des ersten Lebensjahres ratsam. Dies sollte aber im Einzelfall mit dem Kinderarzt abgesprochen werden.
Ab dem ersten
Lebensjahr kann das Kind zusammen mit der Familie essen. Die Ernährung sollte
ausgewogen und abwechslungsreich sein.
Beispiel für einen Tagesplan für ein 5-jähriges Kind:
| Lebensmittel | Menge | Beispiel |
| Brot, Müsli | 170 g / Tag | 3 Scheiben Brot 2 EL Haferflocken |
| Kartoffeln, Reis, Nudeln, Getreide | 120 g / Tag | 1 große Kartoffel oder 4 EL gekochter Reis |
| Gemüse | 180 g / Tag | 2 kl. Möhren 2 EL Erbsen 1 kl. Tomate |
| Obst | 180 g / Tag | 1 kl. Apfel + 1 kl. Banane/Birne oder 1 mittlere Nektarine + ½ mittlerer Apfel |
| Milch, - produkte | 350 g / Tag | 1,5 Tassen Milch oder Kakao + 1 Joghurt oder 2 Tassen Milch + 1 Scheibe Käse |
| Fleisch, Wurstwaren | 60 g / Tag | 2 Scheiben Wurst oder ½ Schnitzel |
| Fisch | 100 g / Woche | ½ Seelachsfilet |
| Margarine/Butter/Öl | 20 g / Tag | 1 EL Öl + 2 TL Butter/Margarine |
| Getränke | 800 ml / Tag | 3 Tassen Tee + 2 Gläser Mineralwasser / Saft |
Da Kinder gerne Fischstäbchen essen, nachfolgend ein Fett- und Energievergleich zwischen Seelachsfilet und Fischstäbchen
| Art der Fischmahlzeit | Energie | Protein | Fett | Kohlenhydrate |
| 150 g Seelachsfilet | 130 kcal | 27 g | 1 g | 0 g |
| 5 Fischstäbchen (150 g ) | 300 kcal | 20 g | 10 g | 25 g |
"So wertvoll wie ein kleines Steak" oder "...enthält die wichtigsten Bestandteile aus gut einem ¼ Liter Milch", das sind die Slogans, die jeder kannt. Aber sind die Produkte auch wirklich so gut wie die Werbebranche uns glauben machen möchte?
Nachfolgend werden einige Lebensmittel etwas genauer unter die Lupe genommen.
1. NUTELLA - ein
wichtiger Calcium-Lieferant?
| in 100 g | in 1 EL | % des Tagesbedarfs | |
| Eiweiß | 7 | 0,7 g | 2 % |
| Calcium | 130 mg | 13 mg | 1,4 % |
| Magnesium | 75 mg | 7,5 mg | 3 % |
| Eisen | 3 mg | 0,3 mg | 2 % |
| Vitamin B2 | 0,2 mg | 0,02 mg | 1,5 % |
| Vitamin B6 | 0,13 mg | 0,01 mg | 0,7 % |
| Vitamin E | 8 mg | 0,8 mg | 6,6 % |
NUTELLA sollte daher besser nicht als Calcium-Quelle herangezogen werden.
2. KINDER - SCHOKOLADE
Geworben wird immer mit dem Zusatz ".. enthält die wichtigsten
Bestandteile aus gut einem Viertel-Liter Milch". Dies mag wohl richtig
sein. Nur kann man einen Viertel-Liter Milch nicht mit einer ganzen Tafel
Schokolade gleichsetzen, denn:
Kinder-Schokolade enthält nur geringe Mengen mehr an Calcium, Vitamin B1
und B2 als andere Schokoladen.
| 100 g Schokolade haben 31 g Fett, dies ist bereits die Hälfte der
Gesamt-Fett-Menge, die ein Kind täglich aufnehmen sollte.
| Nicht zu vergessen ist der hohe Zuckeranteil bei Schokolade: er ist
zehnmal so hoch wie in der gleichen Menge Milch
| Die Energie, die geliefert wird, deckt schon ein Viertel des täglichen
Energiebedarfes
| Vergleicht man nun noch die täglich empfohlenen Mengen der ausgewiesenen
Vitamine mit der Menge, die von einem Riegel Schokolade geliefert wird, so
sieht man, daß die Menge verschwindend gering ist: | |
| Gesamt-Tagesbedarf eines zehnjährigen Kindes |
ein Riegel deckt vom Tagesbedarf |
|
| Vitamin B1 | 1,2 mg | 1,3 % |
| Vitamin B2 | 1,4 mg | 5 % |
| Calcium | 900 mg | 4,4 % |
3. Sind Müsliriegel gesünder als Schokoriegel?
Müsliriegel ist nicht gleich Müsliriegel. Müsliriegel enthalten in der Regel zwischen 20 und 30 Prozent Zucker. In der gleichen Größenordnung liegt auch der Zuckergehalt von Schokoriegeln. Mit einem Müsli aus Getreideflocken, Nüssen und Rosinen sind beide auf keinen Fall gleichzusetzen.
Auch die Frühstückscerealien wie Pops, Snacks und ähnliche Produkte sind häufig mit viel Zucker überzogen. Als Zusatz zu Getreideflocken oder ab und zu verzehrt, sind sie akzeptabel, aber als Ballaststoff- und Vitaminquellen ebenfalls nicht mit Getreideflocken zu vergleichen.
Auch der finanzielle Aspekt ist nicht zu vernachlässigen. In den meisten Fällen sind sogenannte "Kinder-Lebensmittel" teurer als vergleichbare herkömmliche Lebensmittel. Deshalb lohnt es sich, das Kosten-Nutzen-Verhältnis einmal genau zu analysieren.
Empfehlungen für
die Ernährung von Säuglingen
Forschungsinstitut
für Kinderernährung Dortmund, 1995
DGE-Info 9/97, S.
131 - 133
Aktuelle
Ernährungs-Medizin 19 (1994), S. 160 - 169